The Graphic Canon – Weltliteratur als Graphic Novel – Band 1 (Russ Kick, Hg.)

Quer durch die Literaturgeschichte – eine einmalige Art, Literatur kennenzulernen:

Wir leben im goldenen Zeitalter der Graphic Novel, der Comic-Kunst und der Illustration im Allgemeinen.

Weltliteratur als Graphic Novel The Graphic Canon Band 1

Cover zu The Graphic Canon – Weltliteratur als Graphic Novel

Mit diesen Worten beginnt die Einleitung zu The Graphic Canon – Weltliteratur als Graphic Novel – Band 1.

Als Literatur- und Buchliebhaberin, die erst kürzlich ihr Interesse für Graphic Novels entdeckt hat, kam ich an diesem ca. 500 Seiten umfassenden Wälzer natürlich nicht vorbei. Von Gilgamesch über Shakespeare bis Gefährliche Liebschaften findet man laut Untertitel im ersten Band.

The Graphic Canon – quer durch die Literaturgeschichte

Herausgegeben und kommentiert von Russ Kick liest man sich quer durch die Literaturgeschichte: Stücke aus der Antike, Geschichten des Alten Testaments, indianische Legenden, fernöstliche Epen, mittelalterliche Stücke, Texte aus der Romantik, Liebesbriefe des Mittelalters, Märchen, Sonette, Erzählungen, Heldenepen … Namen wie Shakespeare, Homer, Sappho, Platon, Lao Tse, Konfuzius, Swift, Voltaire oder Alighieri begegnet man dabei. Meist handelt es sich um Auszüge aus umfangreicheren Werken, die einen guten Eindruck des Gesamtwerks bieten. Kürzere Stücke findet man komplett.

Aufbau der Beiträge

Geboten wird pro Beitrag eine kurze Einführung von Russ Kick, in der man wichtige Informationen zum Werk und seiner Bedeutung erhält, außerdem stellt er den / die Illustratoren / Illustratorin vor, der / die sich mit dem Werk auseinandergesetzt hat. Er nennt die Besonderheiten der Umsetzung, gibt eine kurze Erklärung, wie es zur Auswahl des / der Illustratoren / Illustratorin und des Beitrags kam, und ergänzt wichtige Infos zur Person.

Die einzelnen Beiträge haben meist eine überschaubare Länge – 5, 10, manchmal 20 Seiten. Natürlich zu kurz, um komplett abzutauchen, aber definitiv lang genug, um begeistert, neugierig, gespannt, gefesselt und interessiert zu sein.


Einmalig, überaus unterhaltend und informativ

Unterschiedlichste Umsetzungen, dazu unglaublich viel Wissenswertes – eine wirklich einmalige und überaus unterhaltende Form, Literatur und ihre Geschichte kennenzulernen.
Mal farbig, mal schwarz-weiß, mal mutig, mal klassisch, mal frech, mal reduziert, mal opulent … Düstere und farbenfrohe Beiträge wechseln sich ab; man ist immer wieder neugierig auf die Adaption oder Interpretation des / der Illustratoren / Illustratorin.

Es gibt also viel zu entdecken. The Graphic Canon ist kein Werk, das man schnell lesen kann und sollte. Es wirken lassen, genießen, dabei Neues entdecken und lernen. Für mich persönlich waren gerade die klassischen Stücke und Gedichte aus der asiatischen Literaturgeschichte interessant, die mir bis dahin noch unbekannt waren. Und ich muss zugeben, dass ich wichtige Werke der Literatur selten in so kurzweiliger und beeindruckender Form erlebt habe.

Interessante Fakten

Spannend ist, dass jeder Lizenznehmer das Recht hat, seine Bücher mit weiteren Originalbeiträgen anzureichern. Der Gedanke, dass Russ Kicks Zusammenstellung in den verschiedenen Ländern durch sorgfältig ausgewählte Werke in Hinblick auf die Literaturgeschichte des eigenen Landes und die Leserschaft ergänzt wird und werden kann, gefällt mir.

Hinten im Buch findet man im Kapitel „Zum Weiterlesen“ noch konkrete Tipps, welche (weiteren) Werke zu den einzelnen Auszügen empfohlen werden inklusive Titel und Verlagsangaben. Danach folgt im Teil „Mitwirkende“ noch einmal eine alphabetische Auflistung aller Illustratoren.

Fazit zu The Graphic Canon

Allen Interessierten sei The Graphic Canon dringendst empfohlen. Außerdem eignet er sich hervorragend als Geschenk für alle Literaturliebhaber, Germanistik-Studenten, Illustratoren und Literaturwissenschaftler. Toll, dass Russ Kick den Mut hatte, eine so vielfältige Sammlung zusammenzustellen.

Infos zum Buch

The Graphic Canon – Weltliteratur als Graphic Novel – Band 1
Russ Kick (Hg.)
Galiani Berlin Verlag
504 Seiten
Erstausgabe 2013

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