Klassische Literatur ist kein Genre im eigentlichen Sinne, sondern fasst all die Romane und Kurzgeschichten zusammen, die den Literaturkanon eines Landes bilden und somit das „literarische Erbe“ ausmachen. Oft ist sie auch mit den „großen Namen“ der Literatur verbunden, und mehr als über einzelne Titel identifiziert man klassische Literatur an Hand der Schriftsteller, die sie verfasst haben. Insofern kann klassische Literatur inhaltlich jegliche Ausrichtung haben und unterscheiden sich von anderen Romanen eher dadurch, dass sie Gesellschaft und/oder Literatur in ihrer Entwicklung so stark beeinflusst haben, dass man sie gelesen haben sollte, um geschichtliche oder literarische Zusammenhänge besser verstehen zu können.

Was ein Werk zum Kandidaten für klassische Literatur macht ist vor allem seine Relevanz für die Literatur selbst. Ob ein Roman irgendwann einmal als klassische Literatur bezeichnet werden kann, ist daher aus der Gegenwart heraus oft schwierig zu sehen, da bei der Vielzahl an Neuveröffentlichungen nicht klar ist, welche davon das Zeug zum Klassiker haben und welche andere Autoren beeinflussen werden. Manchmal jedoch treten einzelne Werke so stark aus der Masse hervor, indem sie Regeln brechen und Althergebrachtes in Frage stellen, dass man davon ausgehen kann, in ihnen Anwärter für klassische Literatur gefunden zu haben. Beispiele hierfür sind „Die Korrekturen“ von Jonathan Franzen und „Infinite Jest – Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace.

Die meisten von uns haben klassische Literatur in der Schule kennen gelernt, und für viele bleibt dies der einzige Berührungspunkt mit dieser interessanten Romankategorie, da man eher die Arbeit der Textanalyse als die Freude am Lesen und Entdecken mit Klassikern verbindet.

Jedes Land, jede Sprachgruppe hat ihre eigene klassische Literatur, die die Entwicklung der Literatur in der jeweiligen Sprache geprägt hat. Wichtige Beispiele für klassische Literatur im deutschsprachigen Raum sind natürlich die Werke von Goethe und Schiller, aber ebenso die Romane von Heinrich und Thomas Mann. In der russischen Literatur haben sich zum Beispiel Tolstoi und Dostojewski hervorgetan, in Frankreich Victor Hugo und Marcel Proust.

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