The Dark Knight Rises (Christopher Nolan)

Hauptdarsteller Christian Bale

Hauptdarsteller Christian Bale

Manchmal reichen auch der größte Mut, die unglaublichste Kraft und der festeste Wille nicht aus, um sich den Schmerzen zu stellen, die das Leben mit sich bringt. Wenn die Verantwortung, die man auf sich genommen hat, im Wortsinn nicht mehr zu ertragen ist – das ist der Zeitpunkt, an dem ein Mensch bricht. Und an dem aus Superhelden wieder Menschen werden.

Auf Bruce Wayne (Christian Bale) trifft beides zu: Hatte er noch in „The Dark Knight“ als Batman gegen seinen perfidesten Widersacher, den Joker (Heath Ledger), gekämpft – und gesiegt -, hat er sich nun nach dem Tod des in Gotham City hoch angesehenen Harvey Dent zurückgezogen, um der Stadt jemanden zu geben, der die Schuld für alles Schlechte auf sich nimmt. Die Rolle des Sündenbocks hat der Milliardär sich dabei wirklich zu eigen gemacht: Er hat nicht nur sein Superhelden-Kostüm an den Nagel gehängt, sondern sich vollständig aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen und ist auch körperlich nur noch ein Schatten seines Batman-Selbst. Da er noch um seine große Liebe Rachel trauert, hat er ohnehin keinen Anreiz, zum Alltag zurückzukehren. Selbst Catwoman (Anne Hathaway), die von Wayne beim Einbruch überrascht wird, kann ihn nicht aus seiner Lethargie reißen.

 

Rückkehr des Bösen nach Gotham

Für Gotham hat das unausgesprochene Arrangement mit Batman ein paar Jahre lang gut funktioniert. Ohne Superhelden mussten Polizei und Gesetzgebung daran arbeiten, dem Verbrechen in der Stadt auf dem üblichen Wege Einhalt zu gebieten. Doch als Bane (Tom Hardy), ein Söldner, über den man lediglich weiß, dass man sich besser nicht mit ihm anlegt, auf der Bildfläche erscheint, reicht das nicht mehr. Auf sich selbst gestellt unterliegt die Stadt der Skrupellosigkeit und dem Wahn des unheimlichen Kämpfers mit der Maske, der einen als Revolution getarnten Bürgerkrieg entfacht  – und nur die Rückkehr von Batman kann Gothams Bürger davon abhalten, sich selbst eine Schreckensherrschaft zu errichten.

 

Action-Film mit mehr als Action

„The Dark Knight Rises“ ist eine solide Fortsetzung der ersten beiden Batman-Filme von Christopher Nolan. Die Handlung gewinnt auf jeden Fall dadurch, dass zwischen dem Ende des Vorgängers und dem Beginn des dritten Teils einige Jahre liegen.

Natürlich ist „The Dark Knight Rises“ in erster Linie ein Action-Film, und nicht immer ist alles überzeugend gespielt – Anne Hathaways Schmollmund ist eigentlich zu niedlich für Catwoman, eine der Figuren stirbt wie im Schultheater, zumindest in der deutschen Synchronfassung wirkt Banes blecherne Stimme so abgrundtief böse, dass es ans Lächerliche grenzt, und was Christian Bales leerer Gesichtsausdruck in so mancher Nahaufnahme besagen soll, wird auch nicht immer ganz klar. Aber genau wie in „The Dark Knight“ wird hier eine Geschichte erzählt, die weit über den Kampf zwischen zwei Superhelden hinausgeht und die sich wieder damit befasst, wie Menschen sich in Extremsituationen verhalten. Und gerade in diesem Punkt finde ich „The Dark Knight Rises“ sogar besser als seinen wirklich fantastischen Vorgänger: Den Eigennutz und den Pragmatismus, die dank Bane bald in Gothams Straßen herrschen, fand ich (leider) viel realistischer als den Sieg von Moral und Zivilisation, wie er in „The Dark Knight“ dargestellt wurde. Das Gotham in „The Dark Knight Rises“ ist kälter, härter und realistischer geworden – und auf jeden Fall eine Stadt, die einen Superhelden braucht.

Infos zum Film

The Dark Knight Rises
USA/Großbritannien, 2012
165 Minuten
Filmverleih: Warner Bros.
Regie: Christoper Nolan
Drehbuch: Stephen R. Gehrke
mit Christian Bale,
Anne Hathaway, Tom Hardy
FSK: frei ab 12

 

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