James Bond 007 – Skyfall (Sam Mendes)

Filmplakat "Skyfall"

Filmplakat „Skyfall“

Auch Helden können fallen – das war dieses Jahr schon einmal im dritten Teil „The Dark Knight Rises“ von Christopher Nolans Batman-Reihe zu sehen, und James Bond (Daniel Craig) geht es in „Skyfall“ nicht viel besser. Der mittlerweile 23. Bond-Film fängt schon gleich mit einem Heldenfall im Wortsinn an: Während 007 gewohnt spektakulär einen Terroristen verfolgt, der vertrauliche Daten des MI6 gestohlen hat, geht seine Vorgesetzte M (Judi Dench) auf volles Risiko – sie gibt Bonds neuer Partnerin den Befehl, auf den Terroristen zu schießen, obwohl der sich gerade im Kampf mit Bond auf einem fahrenden Zug befindet. Getroffen wird natürlich nicht der Gejagte, sondern James Bond selbst, und nachdem er die 100 m hohe Varda Brücke hinunter gefallen ist, kann eigentlich niemand davon ausgehen, dass der Agent überlebt hat.

Tot ist Bond zwar (natürlich) nicht, aber er lässt sich tatsächlich ganz schön gehen. Statt mit Smoking und Wodka Martini an der Bar Kontakte zu knüfen, liegt er zunehmend desinteressiert mit einer Flasche Bier im Bett und sieht fern. Beim Geheimdienst schreibt M derweil an seinem Nachruf. Doch viel Zeit hat man in London nicht, um zu trauern. M muss sich beim neuen Vorsitzenden des Kommittees für Spionage- und Sicherheitsangelegenheiten Mallory (Ralph Fiennes) verantworten, weil die Daten, die gestohlen wurden, die Identitäten sämtlicher in Terrororganisationen eingeschleuster britischer Agenten enthalten. Und während sie sich noch auf dem Rückweg befindet, verschaffen sich Hacker Zugang zu ihrem Rechner und sprengen anschließend das Hauptquartier des MI6 in die Luft.

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Nach dem „Skyfall“ noch mal ganz von vorne

Bond im Museum

Ein Fall fürs Museum? James Bond (Daniel Craig) denkt übers Alter nach – Szenenbild aus „Skyfall“

Immerhin führt Bonds neu gewonnene Lethargie dazu, dass er über die Fernsehnachrichten von dem Anschlag auf seinen Arbeitgeber erfährt. Er beendet seinen vorzeitigen Ruhestand und macht sich auf den Weg nach England, um sich zurück zum Dienst zu melden. Ms Empfang ist kühl-distanziert, und dass Bond keine Entschuldigung zu erwarten braucht, macht sie schnell klar. Dennoch nimmt sie ihn gern wieder auf, wobei sich Bond erst mal einem Test unterziehen muss, um festzustellen, ob er körperlich und psychisch in der Lage ist, wieder als Agent zu arbeiten. Er ist es nicht – was jedem außer Bond klar ist. Seine Wunden wurden nie richtig versorgt, und der Schock, von seiner wichtigsten Vertrauensperson M verraten worden zu sein, sitzt tief. Doch M glaubt offensichtlich an Bond, und so sagt sie ihm nichts von seinen Testergebnissen, sondern lässt ihn auch so auf die Suche nach den Hintermännern des Anschlags gehen, während das MI6 aus Sicherheitsgründen unter die Erde verlegt wird.

Der neue Q (Ben Whishaw) stattet 007 gerade mal mit einer Waffe mit Fingerabdruckerkennung und einem Peilsender aus – mehr gibt’s dieses Mal nicht. Doch auch ohne technische Spielereien findet Bond bald die erste Spur: Ein Casino-Chip führt ihn über die schöne Severine (Bérénice Marlohe) zu seinem wahren Gegenspieler Silva (Javier Bardem), der selbst früher Top-Agent des MI6 war, aber von M im Stich gelassen wurde – in einer ähnlich rationalen Entscheidung wie zu Beginn des Films Bond gegenüber. Nun sinnt Silva auf Rache, und sein Insider-Wissen verschafft ihm einen Vorsprung, den Bond nur durch den Rückzug an den Ort seiner Kindheit – Skyfall in Schottland – aushebeln kann.

 

Skyfall – guter Kompromiss aus „altem“ und „neuem“ Bond

Silva (Javier Bardem)

Nicht ganz so böse wie in „No Country for Old Men“, aber auch schon ziemlich: Javier Bardem als Silva – Szenenbild aus „Skyfall“

Nachdem Daniel Craig in „Casino Royal“ die Rolle des 007 übernommen hatte, hieß es von vielen langjährigen Bond-Fans, dass der „neue“ Bond einfach kein richtiger Bond mehr ist. Im nun dritten Film mit Daniel Craig wurde das Thema alt vs. neu an vielen Stellen aufgegriffen: James Bond ist nach seinem „Unfall“ nicht mehr so richtig fit, und gleich mehrere Leute legen ihm nahe, sich zur Ruhe zu setzen und konfrontieren ihn somit mit seinem eigenen Altern. An vielen Stellen ist gerade Bond selbst es, der Partei für das Alte ergreift. Besonders schön (und auch witzig) ist das, als Bond ausgerechnet im Museum auf den neuen und sehr jungen Q trifft, der ein Bild von einem alten Schiff, das von einem neuen abgeschleppt wird, als Metapher auf das Altern versteht, woraufhin Bond entgegnet, dass alles, was er in dem Bild sieht, ein Schiff und ein Schiff ist.

Gleichzeitig wurde an vielen Stellen versucht, an die „alten“ Bond-Filme anzuknüpfen. „Skyfall“ ist deutlich weniger düster und ernst als die beiden Vorgänger-Filme, und Javier Bardem, der wie immer fantastisch spielt, lässt seinen Bond-Gegner auch witzige Züge tragen.

Eine weitere Besonderheit von „Skyfall“ ist, dass er zu einem großen Teil der Figur M und ihrer Beziehung zu Bond gewidmet ist. Man erfährt deutlich mehr über diese ernste Frau und sieht auch andere Seiten an ihr als man bisher kannte.

„Skyfall“ ist in jedem Fall einen Gang ins Kino wert – selbst für Bond-Fans, die den ersten beiden Daniel Craig-Filmen nichts abgewinnen konnten.

Infos zum Film

Skyfall
USA/Großbritannien 2012
143 Minuten
Filmverleih: Sony Pictures
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Neal Purvis,
Robert Wade, John Logan
mit Daniel Craig, Judi Dench,
Javier Bardem, Ben Whishaw,
Ralph Fiennes
FSK: frei ab 12

 

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