Terror in Tokio – Staffel 1 (Shinichiro Watanabe)


Spannende Anime-Krimiserie über vermeintliche Terroristen im Teenageralter:

DVD-Cover Terror in Tokio - Staffel 1

DVD-Cover Terror in Tokio – Staffel 1

Tokio, jetzt: Ein Bombenanschlag auf die Stadtverwaltung erschüttert die Stadt. Zwei maskierte Jugendliche bekennen sich auf Youtube zu dem Anschlag. Der Name ihrer Terrorgruppe lautet „Sphinx“ – und steht exemplarisch für ihr Vorgehen. Nach dem ersten Anschlag kündigen sie weitere an, immer auf Youtube, immer an die Polizei gerichtet. Statt konkreter Forderungen oder Angaben zum nächsten Anschlagsziel stellen „Sphinx“ der Polizei Rätsel, in Anlehnung an ihre Namensgeberin aus der Mythologie. Der degradierte Kommissar Shibazaki scheint der einzige zu sein, der die Rätsel der „Sphinx“ lösen und weitere Anschläge verhindern kann. Schon bald wird klar, dass „Sphinx“ nicht nur einfache Sprengsätze basteln, sondern mit einem großen Plutonium-Diebstahl in Verbindung stehen. Die Angst vor einer Atombombe wächst. Doch was wollen die beiden Terroristen? Stecken sie wirklich hinter den Anschlägen? Was macht die CIA in Tokio? Und warum wird die Arbeit der Kriminalpolizei von oberster Stelle behindert? Kommissar Shibazaki und seine Kollegen beschließen, entgegen der Anweisungen von oben auf eigene Faust zu ermitteln.


Anime ohne Fantasy: Reale, digitale Helden

Terror in Tokio ist eine untypische Anime-Serie – ein klassischer Krimi, der in Story und Bildsprache ganz ohne Fantasyelemente oder extreme Überzeichnungen auskommt. Im Zentrum der Story stehen die beiden Jugendlichen Nine und Twelve, die vermeintlichen Terroristen, die sich bald als moderne Helden entpuppen. Statt übernatürlicher Superpowers vereinen sie die Eigenschaften, die man auch bei unseren realen, digitalen Helden von heute findet: Sie sind hochintelligent, kennen sich mit Computern aus und wollen die Gesellschaft verändern. Sie haben keine übermenschliche Kraft, aber sie wissen, wie man Sprengsätze baut und Handys als Zünder verwendet. Sie können keine Gedanken lesen, aber sich in Computersysteme einhacken. Sie können sich nicht verwandeln, aber Youtube und Computerspiele nutzen, um die Polizei auf Trab zu halten. Und nicht zuletzt wissen sie als digital natives um die Macht des Internets als Informationsquelle: Ein Leak vertraulicher Polizeidaten wird damit zur „unsichtbaren Bombe“, die eine ungeheure Wirkung entfaltet.

Was bis zum Schluss der ersten Staffel nicht klar wird, ist das Warum. Nine und Twelve, so erfahren wir, lebten als Kinder in einer Art militärischem Erziehungsheim, wo sie Nummern statt Namen erhielten. Zu welchem Zweck sie dort ausgebildet wurden und inwieweit diese Erfahrung mit den Anschlägen zusammenhängt, bleibt im Dunkeln. Näher kommt dem Geheimnis der beiden nur die Jugendliche Lisa, ein verängstigtes Mädchen, das unter einer psychisch kranken Mutter leidet und in der Schule gemobbt wird. Als sie auf Nine und Twelve trifft, nimmt ihr Leben eine Wendung: Sie zieht als „Komplizin“ zu den beiden und scheint ihre Ängste nach und nach zu überwinden.

 

Terror in Tokio: „Wollt ihr die ganze Welt zerstören?“

Terror in Tokio ist in vielerlei Hinsicht auch eine Coming of Age-Geschichte, eine Geschichte über das Erwachsenwerden im Zeitalter von Terror, Unsicherheit und digitaler Revolution. Besonders schön kommt dies in einer Szene zum Tragen: Es ist Nacht in Tokio, die Lichter der Stadt leuchten hell. Twelve und Lisa rasen auf dem Motorrad über den Highway, der Polizei davon. Hier spricht Lisa den Schlüsselsatz, der vielleicht die wichtigste Frage der ganzen Serie preisgibt: „Wollt ihr die ganze Welt zerstören?“ Wir bekommen keine Antwort. Dafür brechen die beiden in schallendes Gelächter aus, das direkt aus dem Herzen kommt, und ein tragisches und zugleich hoffnungsfrohes Bild offenbart: die Leichtigkeit zweier Jugendlicher, die allen Grund zur Schwermut haben.

Und ist das nicht die einzige Lösung, die bleibt? In einem Zeitalter, das überhaupt Grund zur Sorge gibt, kann man der Zerstörung vielleicht ohnehin nur mit einem Lachen begegnen, während man mit dem Motorrad über einen Highway saust. Dass es „Sphinx“ aber nicht um blinde Zerstörungswut geht, wird spätestens klar, als sie eine selbst platzierte Bombe zurückzuholen versuchen, nachdem die Polizei versagt hat. Aber worum geht es dann? Ist es wirklich destruktiver Terror oder ist es nicht viel eher eine Antwort auf etwas – wie der englische Titel „Terror in Resonance“ nahelegt? Und wenn ja, worauf? Das wird wohl die spannendste Frage in Staffel 2 von Terror in Tokio.

Infos zum Film

Terror in Tokio – Staffel 1
(Terror in Resonance)

Japan, 2014
137 Minuten
Regie: Shinichiro Watanabe
Studio: MAPPA
FSK: frei ab 12

 

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