Der Teufelsgeiger (Bernard Rose)

Filmplakat "Der Teufelsgeiger"

Filmplakat „Der Teufelsgeiger“

Ein Genie darf das: Den ganzen Tag im Bett verbringen – allein oder in Gesellschaft -, sich seinen Launen hingeben und die Kreativität durch entsprechende illegale Substanzen fördern. Daran, dass Niccolò Paganini (Star-Geiger David Garrett in seiner ersten Filmrolle) ein Genie ist, lässt sein Verhalten keinen Zweifel. Nur die Medien sind noch nicht überzeugt, dass sein virtuoses Geigenspiel wirklich ein Zeichen von Genialität ist. Doch wie so oft bei Musikern schafft auch hier ein Manager Abhilfe: Urbani (Jared Harris) bringt sich ungefragt in Paganinis Leben ein und verschafft ihm die Aufmerksamkeit, die er verdient. Dass sich Urbani teilweise ziemlich seltsam verhält, gerne mit dem Gerücht kokettiert, er könnte der Teufel sein, stört Paganini nicht, wenn er es denn zwischen seinen diversen Drogenrauschen mitbekommt.

Paganini schafft es dank Urbani, in fast ganz Europa zum Star zu werden, doch außer den Drogen und Frauen ist der Geiger auch noch der Spielsucht verfallen, so dass von seinen Einnahmen am Ende nichts übrig bleibt. Urbani möchte Paganini gerne nach London bringen, seit ihn Impresarion John Watson auf Druck seiner Geliebten Elisabeth Wells (Veronica Ferres) regelmäßig darum bittet und auch durchblicken lässt, dass in London viel Geld für den Musiker zu holen ist. Doch Paganini will nicht nach London, sagt zwar zu, erscheint dann aber nicht und kann nur durch enormen Druck seitens Urbani dazu gebracht werden, sich nach England zu begeben.


 

Der Teufelsgeiger erobert England

Auch in England angekommen ändert Paganini nichts an seinem Verhalten. Er probt nicht, liegt nur im Bett und bringt durch seine schiere Anwesenheit die englische Damenwelt in Rage. Als vor seinem Hotel eine Demonstration abgehalten wird, ziehen Paganini und Urbani kurzerhand bei Watson ein, wo der Geiger schnell ein Auge auf Charlotte, die Tochter des Hauses, wirft.

„Der Teufelsgeiger“ ist zum einen eine Biographie von Paganini, zum anderen aber auch stark fokussiert auf die Mechanismen, die auch heute noch das Geschäft mit Stars und Managern bestimmen. Ein weiterer Handlungsstrang ist die Liebesgeschichte zwischen Paganini und Charlotte, die den Film über weite Strecken trägt.

David Garrett brilliert, was wenig erstaunlich ist, am ehesten in den Szenen, in denen er Geige spielt, beispielsweise als in einer englischen Kneipe drei Saiten reißen und er auf einer weiter spielt, als wäre nichts gewesen – etwas, das den echten Paganini tatsächlich bis heute bekannt gemacht hat. In den anderen Szenen spielt Garrett den Teufelsgeiger eher passiv-apathisch als teuflisch, so dass sein „Manager“ Urbani die interessantere Figur wird. Die Gestaltung dieser beiden Protagonisten lässt einen darüber hinaus häufig an „Amadeus“ von Miloš Forman denken.

„Der Teufelsgeiger“ startet am 31. Oktober im Kino. Interessant ist der Film vor allem für an Musik Interessierte, denn der Soundtrack ist wirklich großartig.

Infos zum Film

Der Teufelsgeiger
(Filmtitel Original)

Deutschland / Italien / Österreich, 2013
123 Minuten
Filmverleih: Universum
Regie: Bernard Rose
Drehbuch: Bernard Rose
mit David Garrett, Jared Harris,
Veronica Ferres
FSK: frei ab 6

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