Die eiserne Lady (Phyllida Lloyd)

Filmplakat Die eiserne Lady

Filmplakat „Die eiserne Lady“

Der Film beginnt damit, dass eine alte Dame in einem Laden Milch kauft. Der Zuschauer fragt sich: Was hat diese gewöhnliche Frau mit Margaret Thatcher zu tun? Erst, als die Dame wieder zuhause ist und mit ihrem Mann am Frühstückstisch sitzt, während Bedienstete über den unbemerkten Shopping-Ausflug ihrer Arbeitgeberin tuscheln, wird klar: Das IST Margaret Thatcher (verkörpert durch Meryl Streep), die viele Jahre nach ihrer politischen Karriere ein (fast) normales Leben führt.

 

Handlung „Die eiserne Lady“

Wer sich eine chronologische Darstellung von Thatchers politischen Stationen wünscht, sitzt im falschen Film. Die Rahmenhandlung zeigt im Gegenteil die „eiserne Lady“ privat und in sehr weit fortgeschrittenem Alter. Schnell wird klar, dass Thatcher sich die Gespräche und Interaktionen mit ihrem Mann Denis nur einbildet, denn dieser ist vor Jahren verstorben. Ihre größte Herausforderung besteht nun darin, sich diese Tatsache einzugestehen und ihren geliebten Mann, besten Freund und treuesten Berater „gehen zu lassen“.

Margaret Thatcher hinterm Schreibtisch

Meryl Streep – engagiert als Margaret Thatcher

Auf spannende Art und Weise flechtet die Regisseurin Phyllida Lloyd den Werdegang von Margaret Thatcher und die Entwicklung ihrer Ideologien in Form von Erinnerungsrückblenden der alten Dame ein. So erfährt man, dass Margaret als Tochter eines Kolonialwarenhändlers und Bürgermeisters des Heimatortes aufwächst. Schnell begreift sie, dass, wenn sie etwas erreichen und ganz vorne mitmischen will, sie sich in der Gesellschaft der Männer behaupten muss. Mit viel Durchhaltevermögen, eisernem Willen und Kampfgeist ergattert sie nicht nur einen Posten als Parlamentssekretärin, sondern schafft es mit ihrer Überzeugungskraft sogar zur Parteivorsitzenden der Konservativen, um schließlich als erste weibliche Regierungschefin Europas die Premierministerin von Großbritannien zu werden.

 

Margaret Thatcher (Meryl Streep) vor dem Union Jack

Margaret Thatcher (Meryl Streep) vor dem Union Jack

Die Politikerin Margaret Thatcher

eisern, idealistisch, durchsetzungskräftig

Von den einen vergöttert, von den anderen gehasst zeigt sich Thatcher in diesem Film sehr beratungsresistent, beharrt auf ihren Vorstellungen und trifft einige unpopuläre Entscheidungen. Mit diesem Verhalten setzt sie die Loyalität ihrer Mitarbeiter aufs Spiel: Bei einer Kabinettssitzung faltet sie vor den anderen ihren treuesten Verbündeten Geoffrey Howe zusammen, weil der Entwurf seines Zeitplans einen Rechtschreibfehler enthält. Dieser reicht bald darauf aufgrund „unüberwindbarer Differenzen“ sein Rücktrittsgesuch ein, was im Film auch den Niedergang von Thatchers Karriere einleitet.

 

Der Mensch Margaret Thatcher

zielsicher und dennoch verloren

Man merkt Thatcher in dem Film an, dass sie nicht aus ihrer Haut kann, auch wenn sie merkt, dass nicht alles richtig ist, was sie tut (wie der Vorfall mit Geoffrey Howe im Kabinett). Das führt sie zwar zum Erfolg, lässt sie aber auch oft allein dastehen. Teilweise scheint sie so fokussiert auf ihre politischen Ziele zu sein, dass sie ihren Mann und ihre Kinder nicht nur vor den Kopf stößt, sondern regelrecht aus den Augen verliert.

 

Premierenbild Meryl Streep Die eiserne Lady

Meryl Streep auf der Premiere von „Die eiserne Lady“

Die Schauspielerin hinter Margaret Thatcher

Meryl Streep hat es in dieser Rolle verstanden, mich ganz für sich einzunehmen und verschiedene Reaktionen auf Margaret Thatcher bei mir zu wecken wie Bewunderung und Enthusiasmus, aber auch Unverständnis und Schrecken – und ganz besonders: Mitgefühl. Auszeichnungen wie „Beste Darstellerin Drama“ bei den Golden Globes 2012 und den Oscar 2012 für die beste Hauptdarstellerin hat Meryl Streep für diese Rolle meiner Meinung nach unangefochten verdient.

 

Der Film

Dieser Film stellt eine Mischung fiktiver Elemente und zeitgenössischer Dokumentation (z.B. in Form von Archiv-Filmmaterial) dar. In meinen Augen sollte man ihn betrachten wie die Geschichte einer Frau mit vielen Facetten und einer Vision, die sie konsequent verfolgt und dabei Höhen und Tiefen erlebt hat. Vor allem aber zeigt der Film eindringlich, dass hinter jeder öffentlichen Person auch ein Mensch steckt, der mit Sorgen zu kämpfen hat wie Einsamkeit, Verlust und oft genug auch mit sich selbst.

 

Fazit

Für mich ist „Die eiserne Lady“ ein sehr unterhaltsamer und höchst emotionaler Film, in dem ich vieles über die Thatcher-Ära gelernt habe. Extrem sehenswert!

Margaret Thatcher - abgeschirmt durch Polizisten

Abgeschirmt durch Polizisten

Infos zum Film

Die eiserne Lady (The Iron Lady)
Großbritannien 2011
104 Minuten
Concorde Filmverleih
Regie: Phyllida Lloyd
Drehbuch: Abi Morgan
Mit Meryl Streep, Jim Broadbent, Alexandra Roach, Olivia Coleman, Harry Lloyd
FSK 6 Jahre

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