Love, Marilyn (Liz Garbus)

DVD-Cover "Love-Marilyn"

DVD-Cover „Love-Marilyn“

Mehr als 1.000 Bücher – und sicher ebenso viele Meinungen – gibt es über Marilyn Monroe. Die Faszination, die die Schauspiel-Ikone der 1950er auf das Publikum ausübte, ist bis heute ungebrochen und der Ruhm der Monroe größer als der vieler zeitgenössischer Schauspielerinnen. Was man gemeinhin von ihr weiß, ist jedoch nicht viel: Eine Frau mit vielen Liebhabern, vier gescheiterten Ehen, meistens besetzt als „blondes Dummchen“, und am Ende mit ihrem Starruhm offensichtlich nicht so glücklich wie man es erwartet hätte.

Regisseurin Liz Garbus legt nun mit „Love, Marilyn“ eine Dokumentation vor, in der verschiedenste Biographen, Menschen, die Marilyn Monroe kannten, vor allem aber auch die Schauspielerin selbst zu Wort kommen. So setzt sich aus vielen einzelnen Puzzle-Stücken ein Gesamtbild zusammen, mit dem man die Frau hinter Marilyn Monroe zwar immer noch nicht ganz erfassen kann, ihr aber ein deutliches Stück näher kommt. Das Besondere an dieser Dokumentation: Sie bezieht sich ausschließlich auf Originaltexte, die von verschiedenen Schauspielern wie Adrien Brody, Uma Thurman, Glenn Close oder Elizabeth Banks vorgelesen und interpretiert werden. So hört man die verschiedenen Briefe, Erzählungen und Tagebucheinträge nicht nur, sondern man erlebt sie als Zuschauer des Films quasi. Begleitet wird dies natürlich durch sehr viel Bildmaterial aus Marilyn Monroes Leben.


 

Unglückliche Kämpferin

„Love, Marilyn“ beginnt ganz früh in Marilyn Monroes Leben und schildert – wenn auch kurz – ihre Zeit als Halbwaise in verschiedenen Pflegefamilien und Waisenhäusern. Dieser Mangel an familiärer Bindung und an konstanter Liebe im Kindesalter bildet einen Grundstein für die Persönlichkeit von Marilyn Monroe, auf den der Film im Folgenden immer wieder zurückkommt: Das fehlende Selbstvertrauen, die ständigen Selbstzweifel und die Abhängigkeit von Männern wie Baseball-Legende Joe DiMaggio und Pulitzer-Preisträger Arthur Miller werden so begründet. Vor allem aber wird ihre Kämpfernatur so herausgestellt, denn Marilyn wollte seit frühester Jugend nur eins: Schauspielerin sein. Ihren Weg vom Fotomodell über etliche Komödien bis hin zu ein paar wenigen ernsthaften Rollen verfolgt „Love, Marilyn“ akribisch und hoch-emotional. Die Demütigung, immer nur für die Paraderolle „sexy, aber dumm“ engagiert zu werden, weniger Geld als die Schauspielerinnen in den Nebenrollen zu verdienen und gleichzeitig selbst von ihrem Mann für nicht besonders klug gehalten zu werden, stellt der Film absolut nachvollziehbar dar. Dass dieses Leben in Depressionen endete, scheint keineswegs verwunderlich, so mühsam, so vergebens scheint der Kampf um Anerkennung als ernsthafte Schauspielerin

„Love, Marilyn“ ist eine berührende und tief gehende Dokumentation über den Menschen hinter Marilyn Monroe. Sowohl inhaltlich als auch in der Darstellung überzeugt der Film. Für Marilyn-Fans ein Muss, für alle anderen eine echte Empfehlung.

Infos zum Film

Love, Marilyn
USA / Frankreich, 2012
103 Minuten
Filmverleih: Studiocanal
Regie: Liz Garbus
mit Uma Thurman, Elizabeth Banks,
Glenn Close, Adrien Brody,
Janet McTeer
FSK: frei ab 6

 

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