Blue Ruin (Jeremy Saulnier)

Erbarmungsloser und wahnsinng spannender Film über Rache: 4.0 Stars

Filmplakat Blue Ruin

Filmplakat Blue Ruin

Dwight (Macon Blair) hat längst jegliches Ziel im Leben verloren. Er schläft in seinem ziemlich herunter gekommenen blauen Auto am Strand, sucht in Mülltonnen nach Essen und gönnt sich nur hin und wieder ein Bad in fremden Häusern, in die er einbricht, während die Besitzer im Urlaub sind. Die Polizei drückt ein Auge zu, denn schließlich schadet er niemandem. Außerdem kennt man Dwights Geschichte. Als Polizistin Eddy eines Morgens an seinem Auto steht, hat dies auch nichts mit Dwights kleinen illegalen Ausflügen zurück in die Zivilisation zu tun, sondern sie hat eine Nachricht für ihn, mit der sie ihn nicht allein lassen möchte. Wade Cleland wird aus dem Gefängnis entlassen – der Mann, der Dwight in sein persönliches Gefängnis der Obdachlosigkeit gebracht hat. Denn Cleland ist der Mörder von Dwights Eltern, deren gewaltsamer Tod Dwight völlig aus der Bahn geworfen hat.

Am Tag, an dem Cleland entlassen wird, steht Dwight am Gefängnis bereit. Doch nicht nur er ist da, um den Freigekommenen in Empfang zu nehmen, sondern dessen ganze Familie begrüßt den Bruder, Sohn und Onkel nach den Jahren seiner Haft. Mit einer der Miet-Limousinen, mit der die Clelands ihre große Familie ernähren, bringen sie Wade zum Feiern in eine Kneipe. Dwight folgt ihnen, lauert Wade in der Toilette auf und ersticht ihn nach kurzem Kampf.

Seinen Wagen muss Dwight zurück lassen, da er seinen Auto-Schlüssel im Kampf gegen Wade verloren hat. Stattdessen stiehlt er die Limousine der Clelands, in der sich jedoch der jüngste Spross der Familie – ein Teenager – versteckt hat. Dwight lässt ihn laufen, wobei er sich bewusst ist, dass er nun ganz klar als Mörder identifiziert werden wird.


 

Blue Ruin: Atemlose Spannung, kaum Action

Dwight bricht noch einmal in ein Haus ein, dessen Bewohner gerade in Urlaub sind, wäscht und rasiert sich und bricht als völlig veränderter Mensch zu einem Besuch zu seiner Schwester auf, die er seit Jahren nicht gesehen hat, um ihr zu sagen, was er getan hat, bevor er sie aus den Medien erfährt. Doch aus den Medien erfährt man nichts, und bald begreift Dwight, dass es keine guten Nachrichten sind, dass die Familie nicht die Polizei eingeschaltet hat. Offensichtlich will man diese Sache selbst regeln.

Blue Ruin ist kein Action-Spektakel, sondern ein sehr stiller Film – Dwight hat ja kaum jemandem, mit dem er sprechen kann – mit unglaublicher Spannung. Von der ersten Sekunde an fesselt die Geschichte um den ungewöhnlichen Mann, dem die Möglichkeit, Rache am Mörder seiner Eltern zu nehmen, eine neue Zielstrebigkeit gibt und der damit einen Familienkrieg entfacht. Die ständige Bedrohung, der sich Dwight zum Schutz seiner Schwester teilweise auch bewusst aussetzt, lässt einen den ganzen Film nicht zur Ruhe kommen.

Der in Cannes dem Publikum vorgestellte Film folgte einem Trend, der immer wieder ungewöhnliche Filme hervorbringt: Blue Ruin wurde durch Crowdfunding finanziert, genau wie diese zehn Filme.

Blue Ruin ist ab 9. Dezember im Kino zu sehen.

Infos zum Film

Blue Ruin
USA, 2014
94 Minuten
Filmverleih: Falcom Media
Regie: Jeremy Saulnier
Drehbuch: Jeremy Saulnier
mit Macon Blair, Devin Ratray, Amy Hargreaves
FSK: frei ab 16

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