Das Meer in mir (Alejandro Amenábar)

Filmplakat "Das Meer in mir"

Filmplakat „Das Meer in mir“

Als letztes Ziel im Leben um den eigenen Tod kämpfen, das ist der Alltag von Ramón Sampedro (Javier Bardem). Als junger Mann hatte der Spanier einen Unfall: beim Sprung ins Meer an einer zu flachen Stelle brach er sich das Genick und ist seitdem querschnittsgelähmt. Das Ganze ist dreißig Jahre her, und Ramóns Leben spielt sich ausschließlich in seinem Bett ab, wo er von seinem Bruder und dessen Frau versorgt wird, Radio hört und hin und wieder Besuch empfängt. Dass sich an seiner körperlichen Verfassung nie wieder etwas ändern wird, steht fest.

Da das, was er tagein, tagaus tut, für ihn kein würdiges Leben ist, hat Ramón schon seit Jahren nur noch den Wunsch, wenigstens in Würde zu sterben. Doch durch seine Lähmung ist er nicht in der Lage, sich selbst das Leben zu nehmen, und aktive Sterbehilfe ist eine Straftat. Also bleibt Ramón nur der „offizielle“ Weg, um die Beendigung seines eigenen Lebens zu kämpfen: Mit Hilfe einer gemeinnützigen Organisation sucht er sich eine Anwältin, mit der er vor Gericht versuchen kann, das Recht, das ihm seiner Meinung nach zusteht, durchzusetzen.

 

Kein Recht, über das eigene Leben zu bestimmen

Egal, wo Ramón seinen Wunsch vorträgt, das Erste, was er erntet, ist Unverständnis. Sein Vater kann nicht verstehen, dass der eigene Sohn sterben möchte, sein Bruder wird regelmäßig wütend, und Rosa, die ihn ihm Fernsehen gesehen hat und seitdem regelmäßig besuchen kommt, glaubt von sich selbst, dass sie ihm die Lebensfreude zurückgeben kann, die ihn seinen Todeswunsch vergessen lässt. Dass jemand sein eigenes Leben nicht mehr für lebenswert hält, ist für die meisten nicht nachvollziehbar und löst sogar Zorn aus. Und als es endlich zur Gerichtsverhandlung kommt, gibt man ihm nicht mal Redezeit, weil die Prozessordnung das nicht vorsieht. Stattdessen sind es für Ramón wildfremde Menschen, die bestimmen dürfen, ob er weiter leben muss oder nicht.

 

Wahre Begebenheit

„Das Meer in mir“ beruht auf einer wahren Begebenheit: Ramón Sampedro kämpfte in Spanien jahrelang um das Recht auf aktive Sterbehilfe, unterlag jedoch juristisch. Was er gerichtlich nicht hatte durchsetzen können, erreichte er dann durch die Hilfe einer Freundin, die ihm eine Zyankali-Mischung bereitstellte. 1998, knapp dreißig Jahre nach seinem Unfall, nahm er sich das Leben.

Die Weise, in der „Das Meer in mir“ sich mit Sterbehilfe auseinandersetzt, erklärt einen Menschen nicht gleich deswegen für irrational, weil er den Wunsch hat, sein Leben zu beenden. Stattdessen wird das Thema differenziert behandelt, ohne wertend zu werden, die Auswirkungen auf alle Beteiligten wie Verwandte, Sterbehelfer, Juristen beleuchtet.

2005 wurde „Das Meer in mir“ als bester nicht englischsprachiger Film mit dem Oscar ausgezeichnet.

Infos zum Film

Das Meer in mir
(Mar adentro)

Spanien/Frankreich/Italien, 2004
125 Minuten
Filmverleih: Tobis
Regie: Alejandro Amenábar
Drehbuch: Alejandro Amenábar,
Mateo Gil
mit Javier Bardem, Belén Rueda
FSK: frei ab 12

 

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