Road to Perdition (Sam Mendes)

Road to Perdition

Road to Perdition

Michael „Mike“ Sullivan (Tom Hanks) verdankt sein Leben einem Mann, dem man sein Leben nicht verdanken möchte. John Rooney (Paul Newman) ist der Kopf einer irischen Bande, die im Chicago der 1930er Jahre im organisierten Verbrechen mitmischt und Verbindungen bis hin zu Al Capone unterhält. Rooney hat Mike noch als Kind in seine Obhut genommen und wie einen eigenen Sohn großgezogen, nachdem dieser beide Eltern verloren hatte. Und natürlich zeigt Mike seine Dankbarkeit, indem er für Rooney arbeitet. Sein Job besteht darin, Überzeugungsarbeit zu leisten, Schulden einzutreiben, lose Enden zu schließen, und das alles notfalls mit Waffengewalt – oder in anderen Worten: Mike Sullivan arbeitet als Auftragsmörder für die Mafia.

Die Bindung zwischen Rooney und Sullivan ist deutlich enger als zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer üblich – und auf jeden Fall enger als die zwischen Rooney und seinem psychisch instabilen Sohn Connor (Daniel Craig). Dieser empfindet nicht nur Eifersucht Sullivan gegenüber, sondern außerdem einen unbedingten Willen zu Macht und Geld. Zwischen ihm und seinen Zielen steht nur sein Vater, den Connor aber, wenn es sein muss, ohne schlechtes Gewissen hintergeht – schließlich nimmt er sich nur jetzt schon einen Teil des Erbes, das ihm ohnehin in nicht allzu ferner Zukunft gehören wird.


 

Schwierige Vater-Sohn-Beziehung

Doch John Rooney ist nicht der einzige, der Probleme mit seinem Sohn hat. Mike Sullivan ist selbst Vater zweier Söhne, und während Peter unbekümmert und unkompliziert ist, macht der nach seinem Vater benannte Michael sich viele Gedanken. Auch darüber, was sein Vater eigentlich beruflich macht. Antworten gibt es keine, die Mutter, die ebenfalls mehr ahnt als weiß, womit ihr Mann die Miete bezahlt, rügt den Jungen schon fürs Fragen. Also versucht Michael auf eigene Faust, etwas herauszufinden. Als er seinen Vater beim Zusammenbau einer Waffe beobachtet, beschließt er, ihm zu folgen. In der Rückbank des Wagens versteckt fährt er nachts mit Mike und Connor zu einem Geschäftspartner Rooneys und beobachtet das Geschehen durch ein Fenster. Eigentlich lautete Rooneys Auftrag, dass man sich gütlich einigen soll, doch die Situation gerät außer Kontrolle, als Connor beschuldigt wird, Geld zu veruntreuen. Connor erschießt den Partner, und Mike muss ihm zur Seite stehen und zwei Begleiter erschießen, die anderenfalls gefährlich werden könnten. Michael junior, der nun sehr deutlich eine Antwort auf die Frage bekommen hat, was sein Vater beruflich so macht, versucht zu fliehen, bevor man ihn entdeckt, doch sein Vater hört ihn, und er wird von den beiden gestellt.

Selbstverständlich macht Sullivan sich sofort Sorgen um seine Familie, doch Rooney versichert ihm, dass er darauf vertraut, dass der Junge schweigen wird. Connor allerdings sieht seine Chance gekommen, einen Grund zu haben, seinen Widersacher aus dem Weg zu räumen. Und so lockt er Mike in eine Falle, während er selbst Mikes Frau und Peter tötet. Michael entkommt Connor, und als Mike senior entdeckt, was geschehen ist, flieht er sofort mit seinem Sohn. Sechs Wochen lang sind die beiden unterwegs, verfolgt von einem besessenen Auftragsmörder (Jude Law) und ehemaligen Mafia-Freunden. Ziel der Reise ist Perdition, der Ort, an dem Michaels Tante lebt, aber auch das englische Wort für „Verdammnis“, so dass der Titel „Road to Perdition“ eine Doppelbedeutung erhält.

 

Gelungene Adaption einer Graphic Novel

„Road to Perdition“ ist die Umsetzung der gleichnamigen Graphic Novel von Max Allan Collins. Dabei ist der einzige Punkt, der in dem Film an einen Comic erinnert, der starke Focus auf Bildsprache. An vielen Stellen wird den Bildern genügend Zeit gegeben, um für sich selbst sprechen zu können, beispielsweise wenn der im Vordergrund befindliche Connor, der gerade von seinem Vater vor sämtlichen Mafia-Bossen gedemüdigt wurde, vor unterdrückter Wut innerlich zerreißt und gleichzeitig in Unschärfe verschwimmt, während man hinter ihm klar und deutlich all diejenigen aus dem Zimmer strömen sieht, vor denen er gerne Dominanz beweisen will. Darüber hinaus erzählt „Road to Perdition“ gleich zwei Vater-Sohn-Geschichten über die Überwindung von Distanz und das generationenübergreifende Ringen um Verständnis.

Auch wenn die Flucht von Mike und Michael einige Thriller-Elemente enthält, ist „Road to Perdition“ insgesamt ein eher ruhiger Film, der mehr durch tolle Bilder und eine gelungene Story als durch Action-Szenen besticht. Neben der bereits genannten Visualität und dem die Stimmung zu 100% unterstreichenden Soundtrack macht vor allem die differenzierte Ausarbeitung der Figuren „Road to Perdition“ sehens- und empfehlenswert.

Infos zum Film

Road to Perdition
USA, 2002
117 Minuten
Filmverleih: 20th Century Fox
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: David Self
mit Tom Hanks, Paul Newman,
Jude Law, Daniel Craig
FSK: frei ab 16

 

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