Wish I Was Here (Zach Braff)

Melancholische Indie-Komödie mit fantastischem Anti-Held 5.0 Stars

Filmplakat "Wish I Was Here" © Wild Bunch Germany

Filmplakat „Wish I Was Here“ © Wild Bunch Germany

Aidan Bloom will einfach nur seinen Traum leben und als Schauspieler arbeiten. Leider ist die letzte bezahlte Rolle in einer Anti-Schuppen-Werbung nicht nur wenig ruhmreich, sondern auch schon ein Weilchen her. Bei den Bemühungen, eine neue Rolle zu finden, tut Aidan sich schwer. Er versteht nicht, warum er nicht für eine Rolle vorsprechen darf, nur weil dafür ausdrücklich schwarze Schauspieler gesucht werden – schließlich hat er doch extra den ganzen Text gelernt. Immerhin hat Aidan (Zach Braff) das Glück, dass seine Frau Sarah (Kate Hudson) mit ihrem Bürojob beim Wasseramt die Familie ernährt. Die Privatschule für die Kinder Grace und Tucker bezahlt Aidans Vater Gabe (Mandy Patinkin), der als Gegenleistung die (streng jüdisch geführte) Schule selbst ausgewählt hat. Doch plötzlich beginnt das ohnehin labile Finanz-Konstrukt der Familie zu wackeln: Sarah fühlt sich auf der Arbeit nicht mehr wohl, da sie von einem Kollegen belästigt wird. Und Gabe bezahlt plötzlich die Schule für die Kinder nicht mehr. Der Grund: Seine als besiegt geglaubte Krebskrankheit ist zurück gekehrt. Nun braucht Vater Gabe all sein Geld für eine neue Therapie-Methode, von der niemand sagen kann, ob sie anschlägt.



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Wish I Was Here – Aidan sucht sich selbst

Plötzlich sieht sich Aidan mit einer ganzen Menge neuer Aufgaben konfrontiert: Sich um den krebskranken Vater kümmern, der ihm immer wieder klar macht, wie enttäuscht er von ihm ist; Bruder Noah dazu bewegen, dass er sich nach einer langen Zeit des Schweigens nun doch beim Vater melden soll; sich überlegen, was er dem aufdringlichen Kollegen von Sarah gerne antun würde; die Kinder bis zum Schulwechsel zuhause unterrichten. Während Aidan schwer beschäftigt ist, hat er immer wieder Tagträume, in denen er selbst als Retter der Welt in der Science Fiction-Version einer Ritterrüstung durch einen Wald läuft, während er von einem undeutlichen schwarzen Schatten verfolgt wird. Zunächst scheint es, dass Aidan auf der Suche nach sich selbst und in der Auslebung seines Schauspiel-Traums immer weiter auf der Stelle tritt. Doch da das Leben manchmal nicht direkt das liefert, was man will, sondern eher, was man braucht, bedeutet Aidans momentane chaotische Situation letztlich nur einen Umweg zu seiner wahren Bestimmung.

 

Melancholische Komödie

Regisseur Zach Braff, der auch die Hauptrolle in Wish I Was Here spielt und das Drehbuch zum Film gemeinsam mit seinem Bruder Adam schrieb, bedient sich wie schon in seinem Debüt-Film Garden State dem Subgenre der Melancholischen Komödie. Während die charmante Tollpatschigkeit Aidans, die bissigen Kommentare verschiedener Figuren und viele skurrile Bilder für viele Lacher sorgen, ist Wish I Was Here mit Sicherheit einer der traurigsten Filme des Jahres, denn – soviel sei verraten – der nahende Tod von Gabe und das dringende Bedürfnis seiner Söhne, vom Vater endlich Anerkennung zu erfahren, haben absolute Herzbrecher-Qualität. Zach Braffs Präsentation eines Anti-Helden, der verzweifelt seinem Traum hinterherläuft und gleichzeitig versucht, ein guter Sohn, Vater und Ehemann zu sein, ist absolut authentisch und anziehend. Auch sämtliche andere Rollen in Wish I Was Here sind hervorragend besetzt und gespielt, wobei besonders Aidans Tochter Grace (gespielt von Joey King) im Gedächtnis bleibt.

 

Fazit zu Wish I Was Here

Zach Braff ist ein wunderbarer Independent Film gelungen, der seine persönliche Entwicklung als Regisseur wie als Schauspieler eindrucksvoll dokumentiert. Schon beim ersten Sehen hat es Wish I Was Here auf die Liste meiner Lieblingsfilme geschafft und ich empfehle ihn gerne jedem, der Lust hat am Entdecken, zwischen-den-Zeilen-Lesen und vor allem Mitfühlen. Ein zusätzliches Highlight ist wie schon in Garden State der Soundtrack von Wish I Was Here, dessen Songs die Gefühlswelt des Film perfekt unterstützen.

Infos zum Film

Wish I Was Here
USA, 2014
107 Minuten
Filmverleih: Wild Bunch
Regie: Zach Braff
Drehbuch: Zach Braff, Adam Braff
mit Zach Braff, Kate Hudson,
Joey King, Pierce Gagnon,
Jim Parsons, Donald Faison,
Mandy Patinkin
FSK: frei ab 12

 

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