World War Z (Marc Forster)

Filmplakat "World War Z"

Filmplakat „World War Z“

Ein Zombie-Weltkrieg, kurz World War Z, überrollt den gesamten Erdball. Gerry Lane (Brad Pitt) und seine Familie werden in ihrem Auto in den Straßen von Philadelphia davon überrascht. Von überall her greifen die Untoten an und wer gebissen wird, verwandelt sich innerhalb weniger Sekunden in einen Zombie. In Massenpanik versucht jeder, sich selbst zu retten. Bald setzen Plünderungen und das Gerangel um Nahrung und Medikamente ein, denn die Lebenden sind schnell in der Unterzahl und verschanzen sich, so gut es geht.

Da Gerry früher für die UN gearbeitet hat, wird er von seinem ehemaligen Kollegen Thierry (Fana Mokoena) kontaktiert. Gerry soll mit Frau und Kindern evakuiert und auf ein Flüchtlings-Schiff fernab der Zombies gebracht werden, sofern er sich bereit erklärt, bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. Da sich die Katastrophe als Virus unbekannten Ursprungs in rasendem Tempo verbreitet, muss so schnell wie möglich die Quelle ermittelt und ein Impfstoff entwickelt werden. Gerry soll einen jungen Arzt nach Korea begleiten, wo man sich Hinweise erhofft, da dort zum ersten Mal das Wort Zombie in Zusammenhang mit der Seuche verwendet wurde. Gerry Lane muss also seine Frau Karen (Mireille Enos) und die beiden Töchter auf dem Militärschiff zurücklassen um sich auf seine Mission zu begeben. Dabei steht Gerry unter gewaltigem Druck, denn von seinem Erfolg hängt nicht nur ab, ob Karen und die Kinder auf dem Schiff bleiben dürfen, sondern auch, ob die gesamte Menschheit noch eine Chance hat.



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Zur Entstehung von World War Z

Die Ideen zum Film World War Z basieren auf dem Roman „Operation Zombie (engl. World War Z)“ (2006) von Max Brooks, Sohn des amerikanischen Komikers und Regisseurs Mel Brooks. Die größte Abweichung der Filmadaption besteht darin, dass es im Buch keinen Protagonisten im eigentlichen Sinn oder einen Plot gibt, denn es handelt sich dabei um eine Sammlung von Augenzeugenberichten, die den Umgang der Menschheit mit dem Weltkrieg, aber vor allem das berechnende Handeln von Regierungen und Nutznießern der Misere darstellen.

Paramount Pictures und Brad Pitts Produktionsfirma Plan B gewannen den Kampf um die Filmrechte. Gerüchten zufolge bezahlte Paramount einen hohen sechsstelligen Betrag und gewann somit gegen Warner Bros. und Leonardo DiCaprios Firma Appian Way. Der Posten Filmrechte stellte im geschätzten Gesamtbudget von 400 Mio. Dollar, den die Produktion letztlich verschlang, jedoch eher eine Nebensächlichkeit dar. Eine mehrfache Nachadaption des Drehbuches (insgesamt waren vier Autoren beteiligt), ein Wechsel des hauptverantwortlichen Kameramanns (Robert Richardson verließ das Projekt, um an „Django Unchained“ zu arbeiten), die daraufhin folgende Änderung der Technologie hin zu 3D und ein kompletter Neudreh der letzten 40 Minuten des Films trieben die Kosten derart in die Höhe, dass abzuwarten bleibt, ob World War Z diese überhaupt einspielen kann.

 

World War Z – Bewertung des Films

Soviel vorab: Ich fand World War Z vor allem extrem spannend und kam höchst selten dazu, durchzuatmen und die Armlehnen meines Kinosessels loszulassen. Das lag, neben der sehr guten und rasanten Schnitttechnik, vor allem daran, wie die Story des Films geplottet ist. Denn World War Z besteht nicht nur aus einer Schnitzeljagd, bei welcher sich der Held von einem Kampfschiff in amerikanischen Gewässern über eine Militärbasis in Korea in die eingemauerte Stadt Jerusalem und schließlich in die Eindöde von Wales durchschlägt, um das Puzzle zusammenzusetzen und der Lösung auf die Spur zu kommen. Wo in anderen Filmen diese Lösung bereits der Höhepunkt und somit die Einleitung des Endes wäre, gibt es hier anschließend noch eine Art atemraubenden Hindernislauf, den Gerry Lane nur bestehen kann, wenn er es schafft, seine eigene Theorie zu beweisen und dabei sein Überleben vollkommen hinten an stellt.

Originell bei der Geschichte ist dabei nicht etwa die Sache mit den Zombies, sondern die soziologischen und weltpolitischen Komponenten (was im Buch allerdings noch stärker im Vordergrund steht), denn im Grunde geht es bei der ganzen Sache darum, wie verschiedene Regierungen aber auch bestimmte Personenkreise mit der existenziellen Bedrohung umgehen. Aus diesem Grund liegt es fern, World War Z als klassischen Zombie-Horror-Film einzustufen. Kategorien wie Drama oder Action-Film treffen hier eher zu, so dass der ein oder andere Kinogänger mit Erwartungen in Richtung Slasher Movie enttäuscht sein dürfte.

Mein größter Kritikpunkt betrifft das Ende des Films, welches nach einem Testlauf mit einer pessimistischeren Version so umgeschrieben wurde, dass es nun auf mich unentschieden, unpassend offen und unbefriedigend wirkte – fast so, als stünde der Dreh eines zweiten Teils bereits fest. Alles in allem kann ich World War Z jedoch bedenkenlos jedem empfehlen, der eine gut geplottete Story mit zahlreichen versteckten Hinweisen, schnellen und beeindruckenden Bildern und einer spannenden Atemlosigkeit zu schätzen weiß.

Infos zum Film

World War Z
USA / Malta, 2013
110 Minuten
Filmverleih: Paramount Pictures
Regie: Marc Forster
Drehbuch: Matthew Michael Carnahan,
Damon Lindelof, Drew Goddard,
J. Michael Straczynski
mit Brad Pitt, Mireille Enos, Fana Mokoena,
Moritz Bleibtreu, Daniella Kertesz
FSK: frei ab 16

 

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