Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Peter Jackson)

Drehort Auenland (Hobbingen) in Matamata, Neuseeland

Drehort Auenland / Hobbingen (Matamata, Neuseeland). Von Sonja Fischer [CC-BY-SA-2.0-de], via Wikimedia Commons

Als dritter Teil der „Herr der Ringe“-Saga knüpft „Die Rückkehr des Königs“ natürlich an die Geschichte des zweiten Teils an. Um den Zuschauer jedoch noch einmal daran zu erinnen, welch grausame und manipulierende Macht „der eine Ring“ auf eine Kreatur ausüben kann, beginnt „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ zunächst mit einer Rückblende: Sméagol (später Gollum) angelt mit einem Freund, der von einem großen Fisch unter Wasser gezogen wird. Am Grund des Flusses entdeckt der Freund den golden glänzenden Ring (wie dieser dort landete, wird im ersten Teil der Trilogie erzählt) und bringt diesen mit ans Ufer. Als Sméagol den Ring in der Hand seines Freundes sieht, beansprucht er das Schmuckstück für sich. Doch auch das Argument, dass er schließlich Geburtstag habe, kann den Freund nicht überzeugen, und so entsteht eine zunächst scherzhafte Rangelei, die darin endet, dass Sméagol (Andy Serkis) seinen Freund erwürgt, um den Ring endlich sein Eigen zu nennen. Von diesem Moment an beginnt, passend zu Sméagols Geburtstag, ein neues Leben für die Gestalt, die nun schleichend zu dem wird, was man aus den ersten beiden Film-Teilen als Gollum kennt. Der Ring ergreift mehr und mehr Besitz von Gollum, der sich nach dem Mord an seinem Freund in eine Höhle zurückzieht und dort 500 Jahre lang ein trauriges Dasein fristet: ein Dasein, das von Dunkelheit und Zwiegespaltenheit geprägt ist und dessen einzige Freude in dem Wissen besteht, den Ring, den „Schatz“, zu besitzen.

Diese Episode leitet unterschwellig zu einem der Hauptthemen von „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ über, nämlich zu der immer stärker bedrohten Freundschaft zwischen Frodo (Elijah Wood) und Sam.



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Zwei parallele Handlungsstränge

Frodo, Sam und Gollum

In „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ werden hauptsächlich zwei parallel verlaufende Handlungsstränge erzählt. Der eine rankt sich um das Gespann Frodo, Sam und Gollum, denn letzter hat freiwillig angeboten, die beiden Freunde zum Schicksalsberg zu führen. Frodo und Sam sollen den Ring dort zerstören, um ganz Mittelerde vor dem grausamen Herrscher Sauron zu befreien, der den Ring ursprünglich für sich geschmiedet hatte, um mit unbesiegbarer Macht alles und jeden zu unterwerfen. Gollum erhofft sich, in einem unvorsichtigen Moment der Hobbits den Ring (seinen „Schatz“) Frodo abnehmen zu können, und verfolgt zu diesem Zweck eine besondere Taktik.

Indem Gollum Sam durch Intrigen und Gemeinheiten immer mehr gegen sich aufbringt, holt er Frodo zunehmend auf seine Seite. Einerseits hat Frodo Mitleid mit der Kreatur, denn er weiß nun, da er selbst unter der Last des Ringes leidet, was Gollum durchgemacht hat. Andererseits hat der Ring bereits begonnen, Frodos Persönlichkeit zu verändern, so dass es ihm zunehmend schwerfällt, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Als Sam Gollum angreift, da er bei einem dessen Selbstgespräche belauscht hat, dass Gollum die beiden Hobbits ermorden will, verhindert Frodo, dass Sam ihren offsichtlichen Feind tötet.

Gollum führt die beiden Hobbits durch unwegsames Gelände eine steile Felswand hinauf, denn angeblich ist das der beste Weg zum Schicksalsberg. Als die beiden Hobbits schlafen, wirft Gollum die letzten Vorräte in die Tiefe und versäumt dabei nicht, auf Sams Jacke ein paar Krümel zu verstreuen. Frodo glaubt Gollums Geschichte, dass Sam das letzte Brot heimlich gegessen hat. Als Sam auch noch vorschlägt, den Ring und damit die Last eine Weile für Frodo zu tragen, schickt dieser Sam schließlich fort – er will den Rest der Strecke nun allein mit Gollum als Führer bewältigen. Doch schon bald muss er feststellen, wie schwerwiegend diese Entscheidung war.

Der Rest der Ringgemeinschaft

In der Zwischenzeit haben sich die ehemaligen Gefährten der Ringgemeinschaft Aragorn (Viggo Mortensen), Legolas (Orlando Bloom), Gimli, Gandalf (Ian McKellen) und die Hobbits Meri und Pippin wieder vereint. Gemeinsam wollen sie dem nächsten Schlag von Sauron trotzen: der Vernichtung der Haupstadt Gondors, Minas Tirith. Dafür müssen sie nicht nur politische Differenzen zwischen verschiedenen Völkern überwinden. Da von vornherein klar ist, dass man gegen die Ork- und Uruk-hai-Armeen Saurons in der Unterzahl sein wird, macht sich Aragorn mit Legolas und Gimli auf, eine weitere Armee zu ihren Verbündeten zu machen. Doch diese zu überzeugen, scheint bald aussichtslos, denn die, die kämpfen sollen, sind bereits tot.

AB HIER SPOILER!

Nachdem die Ringgemeinschaft die Schlacht um Minas Tirith für sich entscheiden konnte, zieht Aragorn mit der vereinten Armee vor das schwarze Tor von Mordor. In der Hoffnung, dass Frodo und Sam noch leben und ihren Auftrag vollenden können, will Aragorn die Aufmerksamkeit Saurons und dessen Truppen auf sich ziehen. Verkleidet als Orks erreichen so die mittlerweile wieder vereinten Hobbits Mordor und gelangen sogar in den Schicksalsberg. Frodo müsste nun nur noch den Ring in die glühende Lava werfen, doch dieser ergreift im letzten Moment vollkommenen Besitz von seinem Träger, so dass Frodo den Schatz und dessen Macht plötzlich um jeden Preis für sich selbst bewahren will. Ein letztes Mal spielt nun Gollum eine wichtige Rolle, eigentlich seine wichtigste in der ganzen Geschichte: Unbemerkt war er den beiden Hobbits bis in den Schicksalsberg gefolgt und stürzt sich nun auf Frodo, der gefährlich nah am Abgrund zum Berginneren steht, in dem glühende Lava fließt. In seiner Gier beißt Gollum Frodo dessen Finger mit dem Ring ab, fällt damit in die Glut und verschwindet mitsamt dem Ring, als hätte es beide nie gegeben. Im selben Moment zerfällt das übermächtige Auge Saurons und mit ihm seine Armeen. Mittelerde ist damit gerettet und Frodos Auftrag erfüllt.

 

Die Themen in „Die Rückkehr des Königs“

Wie schon in den anderen beiden Film-Teilen sind die Themen Hoffnung und Mut im letzten Trilogie-Teil allgegenwärtig. Beides zeigt sich immer wieder bei sämtlichen Gefahrenszenen, die Frodo und Sam bewältigen müssen, aber vor allem in Kämpfen um die Stadt Minas Tirith, wenn z. B. die Nichte von König Théoden, Éowyn, als Soldat verkleidet in den Kampf zieht, obwohl dies Frauen nicht gestattet ist. Sie will jedoch um alles in der Welt für ihren Onkel kämpfen und schafft es sogar im Zweikampf, den eigentlich unbesiegbaren und ungefähr fünfmal größeren Hexenkönig zu töten. Viele der Figuren mobilisieren immer wieder ihre letzten Kräfte und nutzen ihre erbärmlich wirkenden Waffen, um im Sinne aller das Gute zu verteidigen.

Das zentrale Thema in „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ ist für mich jedoch die Freundschaft zwischen Frodo und Sam. Anders als in der Romanvorlage von Tolkien kommt es im Film zu einem richtigen Bruch zwischen den Hobbits, als Frodo Sam des Verrats bezichtigt und ihn fortschickt. Doch selbst über diesen schweren Schlag setzt sich Sam hinweg und hält fest an dem, was er einst geschworen hat: Frodo zu beschützen. Als die beiden schließlich mit ihren letzten Kräften (Sam trägt Frodo sogar die letzten Meter den Berg hinauf) ihr Ziel erreichen und ihren Auftrag erfüllt haben, sitzen sie gemeinsam auf einem Stein inmitten von Lavaströmen und müssen davon ausgehen, dass sie diesen Ort nicht mehr lebend verlassen. Frodo sagt (in der englischen Originalfassung) in dieser hoffnungslosen Situation zu Sam:

„I’m glad to be with you, Samwise Gamgee, here at the end of all things.“

Das darauffolgende Schweigen und der Blick zwischen den beiden zeigt noch einmal, dass sie gemeinsam soviele unaussprechliche Dinge durchgestanden haben, dass es keiner weiteren Worte bedarf, um sich zu versichern, dass sie diese unmögliche Aufgabe nur zusammen bewältigen konnten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der sich durch alle drei Filmteile zieht und hier nun zum Abschluss kommt, ist das Thema der Heldenreise. Am Ende des Films, als die vier befreundeten Hobbits sich in ihrer Lieblingskneipe im Auenland einfinden, merkt man ihnen an, wie sehr sie sich auf ihrer großen Reise verändert haben und wie sie gereift sind. Die größte Veränderung hat dabei ganz deutlich DER Held der Geschichte durchgemacht: Frodo, der feststellt, dass er das Geschehene nicht rückgängig machen kann und dass manche seiner Wunden einfach nie heilen werden, wirkt am Ende geradezu weise. Man sieht ihm an, dass er nach allem Geschehenen nun keine einzige Träne mehr übrighat, und kann – wenn auch schweren Herzens – seine Entscheidung nachvollziehen, dass er mit den Elben in die unsterblichen Lande westlich des Meeres aufbricht und somit das Auenland, den Ort an dem sein größtes Abenteuer begann, für immer verlässt.

 

Fazit zum Film

Auch wenn man den Film schon kennt, lohnt es sich in meinen Augen, in regelmäßigen Abständen „Die Rückkehr des Königs“ auch oder besonders in der Extended Version zu schauen. Denn obwohl man weiß, wie die Geschichte endet, sind die Szenen, gestützt durch fantastische Bilder, sehr gute Schauspieler und stimmungsvolle und beinah magische Musik, immer wieder intensiv, mitreißend und vor allem sehr anrührend. Für mich ist dieser Film einer derjenigen, die bei mir sehr viele Emotionen wecken und mich immer wieder aufs neue beeindrucken.

Infos zum Film

Der Herr der Ringe:
Die Rückkehr des Königs
(The Lord of the Rings:
The Return of the King)

USA / Neuseeland, 2003
Kinoversion: 201 Minuten
Extended DVD-Version: 240 Minuten
Filmverleih: New Line Cinema
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Fran Walsh,
Philippa Boyens, Peter Jackson
mit Elijah Wood, Ian McKellen,
Viggo Mortensen, Liv Tyler, Sean Bean,
Orlando Bloom, Christopher Lee,
Cate Blanchett, Hugo Weaving,
Andy Serkis
FSK: frei ab 12

 

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