Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin (Jonathan Dayton, Valerie Faris)

Cover "Ruby Sparks"

DVD-Cover „Ruby Sparks“

Statt endlich seinen zweiten Roman zu schreiben, hält Schriftsteller Calvin Weir-Fields (Paul Dano) Lesungen zum zehnten Jubiläum seines gefeierten Debüts. Seit damals ist er nicht über eine Novelle hinausgekommen, und sein Arbeitstag beginnt und endet vor einem weißen Blatt Papier.Außer seinem Bruder Harry (Chris Messina), der anders als Calvin überhaupt nicht fantasiebegabt, dafür aber ziemlich pragmatisch und in seinem Beruf erfolgreich ist, hat er so gut wie keine sozialen Kontakte. Seine letzte – und einzige – Beziehung zu Lila liegt schon Jahre zurück. Der Plan, über den eigens zu diesem Zweck angeschafften Hund Scotty Kontakte zu knüpfen und so das Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken, ist ebenfalls nicht aufgegangen, denn Scotty scheint nicht liebenswert genug, als dass ihn jemand wahrnimmt – und klar spricht Calvin bei dieser Analyse mehr von sich selbst als von dem Hund, der ja nun wirklich nichts dafür kann. Von all seinen Sorgen, Nöten und seiner Selbstwahrnehmung erzählt Calvin seinem Psychiater Dr. Rosenthal (Elliott Gould), bei dem er deutlich mehr Zeit als mit dem Verfassen neuer Texte verbringt.

Gewinnspiel: Zum DVD-Release verlosen wir bis zum 4. April 2013 den Film „Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ zwei Mal. Mehr zum Gewinnspiel >>


 

Perfekte Freundin Ruby Sparks

Sowohl Harry als auch Rosenthal haben Lösungen für Calvins Probleme parat. Laut Harry braucht Calvin einfach eine Frau. Und Rosenthal gibt dem unter Schreibblockade leidenden Schriftsteller gleich eine praktische Aufgabe: Er soll einen Text über jemanden schreiben, der Scotty so mag, wie er ist. Gerne auch einen schlechten Text. Ein Traum, die Aufgabe und der Wunsch seines Bruders verbinden sich wunderbar zu Calvins erstem Text seit langem: Er erfindet Ruby Sparks (Zoe Kazan, die auch das Drehbuch zum Film schrieb), im wahrsten Sinne des Wortes seine Traumfrau, die er herrlich unkoventionell und kompliziert findet, die nicht gerne liest und deren Herz stattdessen fürs Malen schlägt. Die Figur inspiriert ihn so sehr, dass er wieder mit dem Schreiben beginnt und abends gar nicht abwarten kann, bis er am nächsten Morgen wieder an die Schreibmaschine darf.

Seine Erfindung gibt Calvin nicht nur neuen Auftrieb als Schriftsteller. Die Fantasie des Schriftstellers ist offensichtlich so groß, dass sie Figuren zum Leben erwecken kann: eines Morgens steht Ruby Sparks persönlich vor ihm. Zunächst glaubt er an Halluzinationen, und der Frau, die dort ganz selbstverständlich in seiner Küche Eier brät, geht er lieber erst mal aus dem Weg. Doch als auch andere Menschen seine neue Freundin sehen und sogar berühren können, hinterfragt er nicht mehr, wie das geschehen konnte, sondern ist einfach glücklich über das Wunder Ruby Sparks.

Nur Harry erzählt er von Rubys „Herkunft“, und der Bruder, dessen Pragmatismus in Gefühlsfragen nicht der beste Ratgeber ist, bringt Calvin dazu, auszuprobieren, ob er Rubys Verhalten schreibend ändern kann. Er kann. Für Calvin steht dennoch außer Frage, dass er nicht mehr über Ruby schreiben wird, weil er nun eine Beziehung mit ihr führt. Doch das Wissen um seine Macht kann Calvin nicht mehr vergessen, und irgendwann ist Ruby nicht mehr „herrlich kompliziert“, sondern einfach nur schwierig. Die einfachste Lösung für dieses Problem ist, sich seine Freundin einfach umzuschreiben, was natürlich nur noch größere Schwierigkeiten nach sich zieht.

 

Plötzlich ist sie da: Ruby Sparks (Szenenbild aus "Ruby Sparks")

Plötzlich ist sie da: Ruby Sparks (Szenenbild aus „Ruby Sparks“)

Film über Wunder, Fantasie und selbstlose Liebe

„Ruby Sparks“ ist keine seichte romantische Komödie, sondern eine Liebesgeschichte mit Tiefgang. Der Film handelt zum einen von der Macht der Fantasie und zum anderen von der Schwierigkeit selbstloser Liebe. Der Versuchung, sich die perfekte Freundin zurecht zu schreiben, kann Calvin auf Dauer nicht widerstehen, obwohl es für ihn anfangs völlig ausgeschlossen war, an Ruby irgendetwas zu ändern. Der Schriftsteller, dessen viel zu früh eingetretener Erfolg ihm die Möglichkeit genommen hat, eine wirkliche Bindung zu anderen Menschen oder auch nur zu sich aufzubauen, erkennt, dass er selbst seine eigene Figur nicht gegen ihren Willen dazu bringen kann, ihn zu lieben – zumindest nicht, wenn er wirkliche Liebe will.

Regie zu „Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ führten Jonathan Dayton und Valerie Faris, die zuvor mit „Little Miss Sunshine“ einen Independent-Hit landeten. Für Fans von subtilen, kitschfreien Liebesgeschichten und Schriftsteller-Filmen eine absolute Empfehlung.

Infos zum Film

Ruby Sparks –
Meine fabelhafte Freundin
(Ruby Sparks)

USA, 2012
94 Minuten
Filmverleih: Fox Searchlight
Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris
Drehbuch: Zoe Kazan
mit Paul Dano, Zoe Kazan,
Annette Bening, Antonio Banderas,
Chris Messina
FSK: frei ab 6

 

.

Google

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Seite verwendet Cookies. Mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen