12 Monkeys (Terry Gilliam)

DVD-Cover "12 Monkeys"

DVD-Cover „12 Monkeys“

Wie wird das Leben im Jahr 2035? Der Vision von Regisseur Terry Gilliam zufolge wird es unterirdisch und virenverpestet, die verbliebenen Menschen leben eingesperrt, ohne Sonne, Frischluft oder Musik, und die Tiere haben die Erdoberfläche zurückerobert. Einziger Lichtblick: Zeitreisen sind möglich. Aber nützen diese auch, um in die Vergangenheit zu reisen und alles, was zur Apokalypse geführt hat, zu verhindern?

 

Worum geht’s in 12 Monkeys?

James Cole (Bruce Willis) lebt im Jahr 2035 als Strafgefangener wie alle Menschen unter der Erde, denn die Erdoberfläche wird von Tieren beherrscht. In den Jahren 1996 und 1997 hatte ein Virus 99% der Weltbevölkerung ausgelöscht und das Leben für Menschen auf der Erde unmöglich gemacht. Unter den wenigen übriggebliebenen Menschen regiert eine diktatorische Gruppe von Wissenschaftlern, die mit aller Macht das Leben auf der Oberfläche zurückerobern will. Zu diesem Zweck suchen sie aus den Häftlingen regelmäßig „Freiwillige“ aus, die auf eigenes Kontaminierungs-Risiko, jedoch immerhin in voller Schutzmontur, auf der Erdoberfläche Tierproben einsammeln sollen, die die Wissenschaftler anschließend studieren.


Wie sich herausstellt, ist James Cole ein zuverlässiger und aufmerksamer Beobachter bei solchen Missionen. Die Wisschenschaftler bieten ihm daher an, sein Strafmaß zu vermindern, wenn Cole sich für eine Zeitreise ins Jahr 1996 zur Verfügung stellt. Seine Aufgabe ist es, das vernichtende Virus in Reinform zu beschaffen und herauszufinden, wer überhaupt hinter dessen Verbreitung steckt. Ein Anhaltspunkt ist die mysteriöse Botschaft einer Frau, in der es heißt, dass die Gruppe der 12 Monkeys für den Anschlag verantwortlich sei. Cole willigt in den Deal ein, wird jedoch von den Wisschenschaftlern versehentlich ins falsche Jahr, nach 1990, geschickt. Da zu diesem Zeitpunkt noch niemand etwas von der Apokalypse ahnt, wird Cole wegen seiner Aussagen sofort für verrückt gehalten. Man steckt ihn in eine Irrenanstalt, wo er von der Psychologin Kathryn Railly (Madeleine Stowe) betreut wird. Einer der anderen Insassen ist Jeffrey Goines (Brad Pitt), der vollkommen überdreht ist, aber dennoch nicht ohne Ziele. Er will seinen Vater stoppen, einen berühmten Virologen, in dessen Labore auch Tierversuche stattfinden.

Nachdem die Wissenschaftler Cole zurückgeholt und schließlich in das richtige Jahr, 1996, geschickt haben, trifft er abermals auf die Psychologin Railly, die er zunächst entführt, damit sie ihm bei seiner Mission hilft. Cole wird immer häufiger von Flashbacks in seine Kindheit heimgesucht. Dabei handelt es sich immer um dieselbe Szene, in der er als 8-Jähriger mit seinen Eltern in einem Flughafen-Terminal als Zeuge beobachtet, wie ein Mann von Wachleuten erschossen wird und in den Armen einer Frau stirbt. Obwohl Kathryn Cole immer wieder vor Augen führt, dass er nicht aus der Zukunft stammen kann und seine Mission nur auf Wahnvorstellungen beruht, gelingt es ihm tatsächlich, die Zelle der Untergrundbewegung „12 Monkeys“ ausfindig zu machen, die sich mit allen Mitteln, darunter Gewalt, für die Rechte und die Befreiung von Tieren einsetzt.

 

Das Besondere am Film „12 Monkeys“

Cole wird, obwohl er mehr und mehr Puzzleteilchen findet, zwischenzeitlich selbst unsicher, ob er wirklich eine Zeitreise unternommen hat oder vielleicht doch nur an Wahnvorstellungen leidet. Gemeinsam mit ihm macht der Zuschauer einige Twists durch, stolpert von einer Spur zur nächsten und kann sich selbst irgendwann nicht mehr sicher sein, ob die gesamte Vorgeschichte bezüglich der apokalyptischen Zustände im Jahr 2035 vielleicht nur auf Einbildungen vonseiten Coles beruht.

Regisseur Terry Gilliam hat jedoch nicht nur ein spannendes Verwirrspiel erschaffen. Er zeichnet die dystopischen Zustände, unter denen die Menschheit der Zukunft zu leiden hat, nicht nur sehr glaubhaft, sondern vor allem mit beklemmenden Bildern und Symbolen, die das Gefangensein unter der Erde, in der Zeit selbst, aber auch im vorherrschenden diktatorischen System erschreckend realistisch transportieren. Wie schon in seiner Film-Dystopie „Brazil“ betont Gilliam in 12 Monkeys Themen wie Überwachung und Ausgeliefertsein. Hinzu kommt das Problem, das Zeitreisen in die Vergangenheit bekanntermaßen mit sich bringen: Niemand kann die Vergangenheit ändern, da diese selbst es nicht zulässt (da andernfalls Paradoxa entstehen würden). Und so ist auch das Ende des Films, an dem sich die Puzzleteilchen endlich schlagartig zu einem Ganzen zusammenfügen, vor dem Hintergrund sämtlicher Zeitreise-Theorien einfach konsequent.

 

Fazit

12 Monkeys ist ein sehenswerter, postapokalyptischer Zeitreise-Thriller, der mit spannenden Twists, beklemmenden Bildern und einem hervorragend schauspielernden, noch sehr jungen Brad Pitt überzeugt.

Logo Themenwoche Zeitreisen Schrift dunkelblau_klein2Dieser Artikel gehört zu unserer Themenwoche über Zeitreisen.
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Infos zum Film

12 Monkeys
USA, 1995
131 Minuten
Filmverleih: Concorde
Regie: Terry Gilliam
Drehbuch:
David Webb Peoples,
Janet Peoples
mit Bruce Willis, Brad Pitt
Madeleine Stowe
FSK: frei ab 16

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