The Signal (William Eubank)

Stylisher Genre-Mix mit vorhersehbarer Story:

The Signal - Filmplakat

The Signal – Filmplakat

Die Studenten Nic (Brenton Thwaites), Jonah und Haley sind beste Freunde, und dass Nic und Haley außerdem ein Paar sind, beeinträchtigt die Freundschaft der drei kein bisschen. Haleys Weggang nach Kalifornien dagegen schon, denn Nic und Jonah studieren am MIT und werden Haley daher in Zukunft nicht so oft sehen. Natürlich helfen sie ihr trotzdem beim Umzug und gemeinsam begeben sich die drei auf einen Road Trip von der Ost- an die Westküste.

Nachts im Motel erhält Nic seltsame Nachrichten von „Nomad“ auf seinem Handy. Dieser Hacker hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jonah und Nic in den Wahnsinn zu treiben, hat ihnen an der Uni schon Ärger bereitet und hackt sich jetzt sogar in Haleys Rechner ein und sendet den beiden Jungs Bilder aus ihrem eigenen Motel-Zimmer. Doch wer am MIT studiert, ist auch nicht von gestern, und so identifizieren Nic und Jonah die Herkunft des Signals und damit den Standort von Nomad. Der liegt praktischerweise auf der Route, die die drei am nächsten Tag eh vor sich haben, und so entschließen sie, Nomad endlich zu konfrontieren und ihm persönlich zu sagen, dass er mit dem Quatsch aufhören soll. Haley ist zwar nicht wirklich begeistert von dem Plan, will aber auch, dass diese lästigen Hacker-Spielchen aufhören, und so willigt sie ein, mit auf die Suche nach Nomad zu gehen.

Nic zweifelt an seinem Verstand - Szenenbild aus The Signal

Nic zweifelt an seinem Verstand – Szenenbild aus The Signal

Am nächsten Abend führt das Signal sie zu einer verlassenen Hütte im Wald. Haley bleibt im Auto, während die Jungs das Haus untersuchen. Schreie von draußen bringen sie dazu, ihre ziemlich unheimliche Suche abzubrechen, und sie können gerade noch sehen, dass ihre Freundin verschwunden ist, bevor sie selbst durch irgendetwas überwältigt werden. In einem sterilen Gebäude wacht Nic alleine wieder auf, kann seine Beine nicht mehr bewegen und sieht sich bald dem Regierungsbeamten Damon (Laurence Fishburne) gegenüber, der ihm viele Fragen stellt und wenige beantwortet. Das zahlreich vorhandene Personal trägt Schutzanzüge, weil die drei angeblich kontaminiert sind – von einer Begegnung mit Aliens, die ihnen die Nomad-Nachrichten geschickt haben sollen. Die viel akutere Bedrohung scheint jedoch aktuell die Behörde zu sein, die Nic und seine Freunde festhält. Denn ganz klar befinden sie sich in Gefangenschaft, und Nic versucht alles, aus dieser beängstigenden Szenerie zu entkommen.


 

The Signal: Zeichen aus 100 anderen Filmen

Die ersten etwa zwanzig Minuten von The Signal sind das, was der Film wohl im Ganzen sein wollte: spannend, mysteriös, unterhaltsam. Doch spätestens in dem Moment, in dem Regisseur William Eubank sich überlegt hat, dass ein bisschen Found Footage für richtig schön gruselige Stimmung sorgen würde, verliert der Film seinen Fokus und damit auch seine Stärke. Denn The Signal will so stylish sein wie The Matrix, so independent wie District 9, so überraschend wie The Sixth Sense, so originell wie Truman Show und so beängstigend wie Blair Witch Project. Dabei konzentriert sich der Film so stark darauf, wie erzählt wird, dass die riesigen Lücken im „Was?“ der Story wohl nicht mehr so wichtig waren. Dass der mega-intelligente MIT-Überflieger und Super-Hacker Nic nicht wie jeder Normal-Begabte im Publikum gleich schnallt, was da abgeht, hätte eigentlich nur mit massivem Drogenkonsum oder wiederholten Schlägen auf den Kopf erklärt werden können.

Gut verpackt: Damon will sich nicht anstecken - Szenenbild aus The Signal

Gut verpackt: Damon will sich nicht anstecken – Szenenbild aus The Signal

Immerhin das Filmplakat ist ziemlich cool. Gleiches gilt übrigens auch für Eubanks Regie-Debüt Love, der ebenfalls an seiner eigenen Ambition scheitert, und auch für einige andere Science Fiction-Filme der letzten Zeit (Elysium, Oblivion), die sich an stark erzählten Vorbildern orientierten, darüber aber aus den Augen verloren, dass eine stark erzählte Geschichte eben nur dann funktioniert, wenn auch der Inhalt stimmt.

Die vielen Wendungen in The Signal machen den Film wirr, aber leider nicht weniger vorhersehbar. Die einzelnen Story-Elemente wirken teilweise wie aus rein optischen Gründen eingebaute Umwege zu einem längst bekannten Ziel.

Das ist besonders schade, weil The Signal eine sehr gute Idee als Ausgang hat und auch verschiedene interessante Fragestellungen aufgreift, diese jedoch nicht weiter vertieft. Im Aufeinandertreffen von Hacker Nic und Wissenschaftler Damon beispielsweise prallen zwei Zeitalter aufeinander, ein angeblich vergangenes mit zentralisierter Macht und durch physische Gewalt einforderbarer Entscheidungsbefugnis und das digitalisierte, dezentralisierte, in dem Information das wichtigste Macht-Instrument ist. Wer den körperlich erschöpften Nic vor dem durch seinen Schutz-Anzug fast doppelt so groß wirkenden Damon sitzen sieht wie er voller Überzeugung sagt, dass Damons Zeit vorbei ist und er keinerlei Macht mehr hat, muss unweigerlich an die Snowden-Affäre denken. Hier hätte The Signal durch mehr Tiefe und Themenbezogenheit leicht und deutlich gewinnen können.

Insgesamt ist The Signal sicherlich ein ganz unterhaltsamer Film, aber leider nicht das neue Science Fiction-Highlight wie das es rein optisch wirkt. The Signal läuft seit gestern im Kino.

Infos zum Film

The Signal
USA 2014
97 Minuten
Filmverleih: Capelight
Regie: William Eubank
Drehbuch: William Eubank
mit Brenton Thwaites, Beau Knapp,
Olivia Cooke, Laurence Fishburne
FSK: frei ab 16

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