Die 5 besten Tanzszenen in Filmen

500px-Dancer_heart.svg_-300x255Wenn in einem Film eine Tanzszene vorkommt, bin ich hingerissen. Denn ich finde, dass sich im Tanzen das ganze Lebensgefühl einer Figur offenbaren kann. Egal, ob es dabei um den leidenschaftlichen Tanz eines Paares, um wilden Ausdruckstanz eines Einzelnen oder um die Choreographie einer ganzen Formation geht. Da ich meine Mitmenschen selten dazu bringen kann, mit mir richtige Tanzfilme (Dirty Dancing, Flashdance, Darf ich bitten etc.) zu sehen, ergötze ich mich umso mehr an Tanzszenen, die mir so ganz nebenbei in Filmen begegnen. In diesem Artikel habe ich euch meine Top 5 Tanzszenen zusammengestellt. Mal sind es Szenen, in denen sich jemand unbeobachtet fühlt und alles rauslässt, mal enthüllen die Paare ungeahnte Leidenschaft (füreinander) und mal hat ein Paar hart für einen öffentlichen Auftritt trainiert, um eine Wette zu gewinnen. Und jetzt leite ich schwungvoll über mit den Worten von Lykke Li: „Dance while you can, dance while you must.“

Top 5 Tanzszenen

 

Platz 5: Tanzszene aus „Hail, Caesar!“

Dass Channing Tatum tanzen kann, wurde mir von Leuten berichtet, die sich tatsächlich „Magic Mike“ und den Nachfolger „Magic Mike XXL“ reingezogen haben. Ich bin froh, dass ich mir diese Filme nun doch nicht anschauen muss, um den Beweis für Tatums Tanzkünste zu bekommen. In „Hail, Caesar!“ tanzt er für eine Filmszene zusammen mit ein paar Kollegen in kompletter Matrosen-Montur ganze 60 Sekunden durch. Und als wäre es nicht genug, dass dieser Mann einfach weiß, wie man sich bewegt, singt er dazu auch noch sehr sehr charmant einen Song namens „No Dames“. Viel Spaß beim Gucken und Schwärmen!

 

Tanzszene aus “Hail, Caesar!”, USA 2016, 101 Minuten, FSK 0

Platz 4: Tanzszene aus „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“


Diese Tanzszene aus dem vorletzten Harry Potter-Film zeigt u.a., was Tanzen bewirken kann, nämlich das kurzfristige Vergessen von Sorgen und Ängsten. Harry (Daniel Radcliffe) und Hermine (Emma Watson) sitzen in einem Zelt mitten im Wald, denn sie verstecken sich vor den Todessern, die Voldemort ausgesandt hat. Die Todesser sollen Harry und Hermine den von ihnen bewachten Horkrux mit allen Mitteln abluchsen. Doch die beiden Freunde plagt noch eine ganz andere Sorge: Harrys bester Freund Ron, der mit Hermine liiert ist, hat ihre Gemeinschaft wegen eines Streits verlassen. In der folgenden Szene sieht man Hermine deutlich an, wie besorgt sie ist. Harry will seiner besten Freundin einen Augenblick Freude schenken, und so nimmt er ihr nicht nur die Last des Horkruxes ab, sondern fordert sie zum Tanzen auf. Wer die Harry Potter-Geschichten und die Beziehungen zwischen Harry, Hermine und Ron kennt, den wird die Szene nicht kalt lassen. Man spürt beim Zusehen die Vertrautheit und die innige Freundschaft, die die beiden verbindet. Und man fragt sich, wie es wohl wäre, wenn Hermine nicht mit dem verschwundenen Ron, sondern mit Harry zusammen wäre. Das prickelnde an der Szene ist die Frage, ob die beiden Tanzenden nicht genau dasselbe denken. Ich finde diese Tanzszene deshalb so besonders, weil sie nicht nur das Verhältnis der beiden Tanzpartner zueinander auf den Punkt bringt, sondern auch das Wesen des miteinander-Tanzens an sich: eine unterschwellige Möglichkeit von etwas.

 

Tanzszene aus “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1”, UK 2010, 147 Minuten, FSK 12

Platz 3: Tanzszene aus „Bitter Moon“


Bei der nächsten Tanzszene bleibt es nicht einfach nur bei einer Möglichkeit, und sie dürfte besonders die Herren interessieren, denn hier tanzen zwei Frauen miteinander. Zum Hintergrund: Im Verlauf des Films, der während einer Kreuzfahrt spielt, versucht Nigel (Hugh Grant), bei der geheimnisvollen Mimi (Emmanuelle Seigner) zu landen. Das Pikante: Nigels Ehefrau Fiona (Kristin Scott Thomas) ist ebenfalls an Bord des Schiffes, genau wie Mimis Ehemann Oscar (Peter Coyote). Am Silvesterabend lässt Nigel seine seekranke und schlafende Frau Fiona in der Kabine zurück, um sich ungestört an Mimi heranzumachen, allerdings ohne Erfolg. Wirklich interessant wird es dann, als Oscar Fiona eine Flasche Champagner bringen und sie wecken lässt, damit sie doch noch an der Party teilnehmen kann. In der folgenden Szene präsentiert Fiona ihrem Mann sehr eindrucksvoll, wie man wirklich bei einer Frau landet. Nigel steht da wie ein Trottel, während Fiona und Mimi inmitten der Party-Gäste einen der wohl sinnlichsten Tänze der Filmgeschichte aufs Parkett legen. Tanzen bedeutet hier v. a. eins: Verführung. Absolut passendes Lied: „Slave to Love“ (Brian Ferry). Und jetzt viel Spaß 🙂

 

Tanzszene aus “Bitter Moon”, Großbritannien / Frankreich 1992, 138 Minuten, FSK 16

Platz 2: Tanzszene aus „Silver Linings“


Die Tanzszene in Silver Linings findet auf einem Tanzwettbewerb statt, bei dem Pat (Bradley Cooper) und Tiffany (Jennifer Lawrence) eine bestimmte Punktezahl erreichen müssen, um ihren Teil einer Wette zu erfüllen. An dieser Wette hängt nichts geringeres als der drohende finanzielle Ruin von Pats Eltern. Das Problem: Weder Tiffany noch Pat haben soetwas je zuvor gemacht. Zwar haben sie vor dem Wettbewerb fleißig trainiert. Aber offenbar wusste niemand von ihnen, was genau dort eigentlich verlangt wird. Vor ihrem Auftritt sieht man die anderen Paare, die mit ihrer Turniertanzerfahrung das übliche, hochprofessionelle Programm gekonnt abspulen. Tja, und dann kommen Pat und Tiffany auf die Tanzfläche, mit einem etwas… eigenwilligen Programm, das seinen Höhepunkt in einer Hebefigur findet. Genau wie die Familienmitglieder der beiden am Rand fiebert man während des Auftritts mit und schwankt immer wieder zwischen Begeisterung und so etwas wie Fremdscham hin und her. Und obwohl es irgendwie faszinierend ist, den beiden zuzusehen, ist man auch ein bisschen froh, wenn es vorbei ist. Das besondere an der Kameraführung: Immer wieder gibt es Einstellungen, in denen man als Teil des Tanzpaares dem anderen ganz nah ist. Und wie das nunmal so ist beim Tanzen, sieht man dabei ziemlich genau, was der andere gerade denkt oder wie er sich fühlt.

Tanzszene aus “Silver Linings”, USA 2012, 122 Minuten, FSK 12

Platz 1: Tanzszene aus „Moonrise Kingdom“


Meine Lieblings-Tanzszene ist die in Moonrise Kingdom. Zum Hintergrund muss man wissen, dass Suzy und Sam miteinander ausgerissen sind, um zusammen sein zu können. Denn das wollen ihnen Eltern, Polizei, Pfadfinder und sogar das Jugendamt verbieten. Die zarte und ziemlich unschuldige Liebe, die die beiden füreinander empfinden, ist auf ihrer gemeinsamen Flucht weiter gewachsen und nun, da sie ihr Lager in einer versteckten Bucht aufgeschlagen haben und sich ein bisschen sicher fühlen können, spielt Suzy auf ihrem mitgeschleppten Plattenspieler ihren Lieblings-Song („Le temps de l’amour“). Was den besonderen Charme der Szene ausmacht, ist, dass Sam beim Tanzen mal so richtig aus sich raus geht und unbewusst damit zeigt, wie wohl er sich mit Suzy fühlt und wie nah sich die beiden sind. Denn so, wie er tanzt, würden die meisten Leute sich wohl nur bewegen, wenn sie ganz alleine wären. Viel Spaß bei dieser einfach reizenden Tanzszene! Wer eine Version sehen möchte mit der anschließenden Kussszene, klicke hier: Youtube.

Tanzszene aus “Moonrise Kingdom”, USA 2012, 95 Minuten, FSK 12

Das waren sie also, meine Top 5 Tanzszenen. Ich bin gespannt auf eure Kommentare und Vorschläge für weitere Tanz-Highlights. Und wer nach diesem Artikel immer noch nicht genug hat, schaue sich einfach dieses Video über die 100 besten Tanzszenen zwischen 1921 und 2010 an:

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