Oscar: Die besten Filme 2011-2017

Im letzten Teil unseres Oscar-Specials stellen wir euch die Preisträger in der Kategorie „Der beste Film“ der letzten sieben Jahre vor. Und sind schon gespannt, wer nächstes Jahr das Rennen macht.

Die letzten sieben Preisträger waren sehr unterschiedlich: Ein quasi-historischer Film über den englischen König, ein Stummfilm (der zweite, der je den Oscar gewann), und ein Action-Film, der sehr lose auf einer wahren Begebenheit beruhte. Es folgten ein Film über Sklaverei, ein Film, in dem ein ehemaliger Superheld an einer Theater-Produktion verzweifelt, ein Drama über ein Investigationsteam, das hunderte Misbrauchsfälle katholischer Priester in Boston aufdeckt, und ein Coming-of-Age-Film über einen Jungen, der in Miami aufwächst. Für welchen Film die Academy sich dieses Jahr entscheiden wird, kann man kaum ahnen.

Mehr über unsere Oscar-Aktion findet ihr hier.



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2011: The King’s Speech (Tom Hooper)_

Herzog Albert von York (Colin Firth) muss 1925 eine Rede im Rundfunk halten, die die Wahrnehmung der Bevölkerung vom zweitältesten Sohn des Königs grundlegend ändert, denn: Der Herzog stottert. Dass dies nicht so bleiben kann, ist klar, denn immer wichtiger werden öffentlich gehaltene Reden, und Albert kämpft schon sehr lange mit seinem Stottern. Also wird der Sprachlehrer Logue (Geoffrey Rush) eingestellt, der sehr unkonventionelle Methoden verwendet. Die Therapie, die Albert zunächst vehement ablehnt, dann aber doch aus Sachzwängen heraus, weiterverfolgt, schlägt gut an, bis der Herzog und der Sprachlehrer sich über die Frage, ob Albert oder sein Bruder der bessere Thronfolger wäre, zerstreiten. Erst, als Albert tatsächlich zum König ernannt wird, greift er wieder auf Logues Dienste zurück, denn als König kann er es sich erst recht nicht leisten zu stottern.

Regie: Tom Hooper
Drehbuch: David Seidler
mit: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter
Oscars: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller_

2012: The Artist (Michel Hazanavicius)_

Im Hollywood der Stummfilmzeit feiert Schauspieler George Valentin (Jean Dujardin) große Erfolge. Durch eine zufällige Begegnung und Valentins Unterstützung avanciert auch sein Fan Peppy Miller (Bérénice Bejo) immerhin zur erfolgreichen Nebendarstellerin. Die Karriere der beiden entwickelt sich gegenläufig, als der Tonfilm Einzug ins Kino hält: Für Valentin ist er das Ende seiner Laufbahn, während Peppy dadurch erst richtig durchstarten kann. Obwohl die beiden von Beginn ihrer Bekanntschaft an immer großen Respekt voreinander haben, führt die unterschiedliche Einstellung zum Tonfilm zum Streit zwischen ihnen. Erst als Valentin kurz vor dem Ruin steht und von Peppy quasi gerettet wird, finden beide wieder zueinander und verwirklichen sogar ein gemeinsames Filmprojekt.

„The Artist“ handelt nicht nur von Stummfilmen, sondern ist auch selbst einer und bildet somit eine Hommage an die Stummfilm-Ära in Hollywood

Regie:  Michel Hazanavicius
Drehbuch: Michel Hazanavicius
mit: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell
Oscars: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign_

2013: Argo (Ben Affleck)_

Der (relativ lose) auf einer wahren Begebenheit beruhende Film von und mit Ben Affleck thematisiert die Befreiung von sechs US-amerikanischen Botschaftsangehörigen, die nach der Stürmung der US-Botschaft in Teheran im Frühling 1979 beim kanadischen Botschafter Unterschlupf gefunden haben. Da sie dort nicht bleiben können, ohne den Botschafter selbst in Gefahr zu bringen, und die anti-amerikanische Stimmung von Tag zu Tag zunimmt, entschließt sich die CIA, aktiv zu werden, und auf gewagte Weise zu versuchen, die US-Bürger zu befreien. Hierzu geben sie vor, einen Schauplatz für einen Science Fiction-Film zu suchen, und schleusen einen ihrer besten Agenten (Ben Affleck) in Teheran ein, um unter den Augen der iranischen Regierung die Botschaftsangehörigen zurück nach Hause zu holen.

Regie: Ben Affleck
Drehbuch: Chris Terrio
mit: Ben Affleck, Bryan Cranston, Alan Arkin, John Goodman
Oscars: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt

Zum Filmzitat von Argo

2014: 12 Years a Slave (Steve McQueen)

Im Jahr 1841 wird der eigentlich als Geigenspieler im Staat New York lebende Ehemann und Vater Solomon Northup über Nacht zum Sklaven: Zwei Männer, die ihm ein lukratives Engagement angeboten hatten, verkaufen ihn stattdessen als Sklaven nach New Orleans. Zwar steigt Northup dort schnell in der Gunst seines „Besitzers“, doch dies bringt ihm den Neid des Plantagen-Aufsehers ein, der ihn schließlich aufhängt. Northups Besitzer kann ihn gerade noch vor dem Tod retten und verkauft ihn zu dessen eigenen Schutz an eine andere Plantage. Doch diese wird von einem besonders brutalen Herrn geführt, unter dem Northup grausame Schläge erleiden muss. Als Northup einen kanadischen Sklavereigegner kennenlernt, schöpft er Hoffnung.

Das Drama basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Werk „Twelve Years a Slave“ aus dem Jahr 1853.

Regie: Steve McQueen
Drehbuch: John Ridley
mit: Chiwetel Ejiofo, Michael Fassbender, Paul Dano, Benedict Cumberbatch
Oscars: Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch

2015: Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (Alejandro González Iñárritu)

Die gefeierten Tage des Schauspielers Riggan Thomson (Michael Keaton) in der Rolle des Comic-Superhelden Birdman sind vorbei. Um sich nun einen Namen als ernstzunehmender Künstler zu machen, adaptiert Thomson eine Kurzgeschichte für den Broadway und will nicht nur Regie führen, sondern auch gleich eine der Rollen spielen. Doch die Produktion des Theater-Stücks birgt zahlreiche Probleme, die den frisch gebackenen Regisseur an den Rand des Wahnsinns treiben. Sein Alter Ego Birdman schaltet sich immer häufiger ein und will Thomson dazu bringen, lieber in einer weiteren Fortsetzung seiner Superhelden-Filme zu spielen. Die Identitätskrise des Antihelden und die Katastrophen rund im die Premiere des Theater-Stücks spitzen sich immer weiter zu, bis es zum großen Knall kommt.

Regie: Alejandro González Iñárritu
Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris Jr., Armando Bó junior
mit: Michael Keaton, Emma Stone, Edward Norton, Zach Galifanakis
Oscars: Bester Film, Beste Regie, Beste Kamera, Bestes Originaldrehbuch

Zur Filmkritik von Birdman

2016: Spotlight (Tom McCarthy)

Das 4-köpfige Investigationsteam „Spotlight“ des Boston Globe ist gerade auf der Suche nach seiner nächsten Story, als der neue Chefredakteur dem Team ein Thema vorschlägt: Ein Pater soll in dessen Bostoner Gemeinde 80 Kinder misbraucht haben. Bisher ist unklar, ob die Kirche davon gewusst und die Machenschaften des Paters vertuscht hat. Als Spotlight bei Gericht Einsicht in die Akten des Falls beantragen möchte, stößt das Team auf erste Schwierigkeiten. Außerdem, so der Einwand des Verlegers, sind über 50 % der Abonnenten des Boston Globe katholisch und vermutlich wenig erfreut über eine solche Story. Doch das Investigationsteam lässt sich nicht beirren und findet immer mehr Priester, die Kinder ihrer Gemeinden misbraucht haben und anschließend einfach in andere Gemeinden versetzt wurden. Spotlight hat jedoch ein Problem: Ohne offizielle Beweise wird der Boston Globe die Story nicht veröffentlichen.

Regie: Tom McCarthy
Drehbuch: Tom McCarthy, Josh Singer
mit: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber
Oscars: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch (Tom McCarthy, Josh Singer)

2017: Moonlight (Barry Jenkins)

Moonlight erzählt die Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab des Glamours aufwächst. Der Zuschauer begleitet Chiron während der entscheidenden Momenten seines Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. Moonlight zeigt – typisch für einen Coming-of-Age-Film – wie die Umgebung, die eigene Familie und natürlich die erste große Liebe den Menschen ein Leben lang prägen.

Regie: Barry Jenkins
Drehbuch: Barry Jenkins
mit: Alex Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes, Naomie Harris, Mahershala Ali
Oscars: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller

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