Die Zeckenbürstenkatzentreppe (Andreas Schumacher)

Abwechslungsreiche und immer überraschende Kurzgeschichten

Cover Die Zeckenbürstenkatzentreppe

Cover Die Zeckenbürstenkatzentreppe

Auch, wenn ich am liebsten Romane lese, in denen Zeit und Raum für Figurentwicklung, detailreiche Beschreibungen und überraschende Wendungen ist – also gerne auch lange Romane -, greife ich immer wieder mal zu Kurzgeschichtensammlungen, weil sie es einem ermöglichen, einen Autor sehr schnell in vielen verschiedenen Facetten kennenzulernen. Gute Kurzgeschichten kommen dabei schnell auf den Punkt, überraschen einen als Leser und spielen mit den Möglichkeiten, die die Literatur bietet.

Die Zeckenbürstenkatzentreppe, eine Kurzgeschichtensammlung von Andreas Schumacher, umfasst gleich 29 solcher guter Kurzgeschichten, die inhaltlich und formell äußerst unterschiedlich sind. Von der Szene, in der ein junger Mann in der Dorf-Disco zwei „junge Dinger“ zu einem Dreier überreden will und sich zu diesem Zweck auch als Christoph Waltz ausgibt über den an Daniel Glattauer erinnernden (und ihn auch gleich in die Geschichte einbindenden) E-Mail-Austausch nach einem Gebraucht-Buch-Verkauf bis hin zur Erzählung über einen mäßig erfolgreichen Dichter, der in seinem Keller einen Waldschrat findet, der sich gleich selbst zum Literatur-Agenten befördert – die Geschichten von Andreas Schumacher zeichnen sich alle durch jene Überraschungsmomente aus, die einen eine Kurzgeschichte im Gedächtnis behalten lassen.


 

Die Zeckenbürstenkatzentreppe: Vielseitige Sammlung gelungener Kurzgeschichten

Die Zeckenbürstenkatzentreppe Andreas Schumacher

Das Besondere an den vielen verschiedenen Geschichten ist die Verspieltheit, mit der verschiedene Literaturgattungen aufgegriffen und in eine Kurzgeschichte verwoben werden. Dabei merkt man, dass Andreas Schumacher die verschiedensten Stile und Erzählstimmen souverän beherrscht und sie durch innovative Ideen mit Leben füllt. Der Briefroman eines empörten Vaters, der sich bei einem Freizeit-Labyrinth-Betreiber über einen missglückten Familienausflug beschwert ist dabei genau so authentisch wie die Tagebuch-Einträge eines Psychiatrie-Insassen.

Genau wie die meisten der einzelnen Geschichten, die oft mit einem nicht vorhersehbaren Twist enden, hat mich auch Die Zeckenbürstenkatzentreppe als Sammlung insgesamt überrascht, und zwar positiv, denn in dieser Sammlung findet sich nicht eine Kurzgeschichte, die es nicht lohnen würde, nochmals gelesen zu werden.

Für Freunde von humorvollen Erzählungen, skurrilen Szenen und ganz allgemein Kurzgeschichten ist Die Zeckenbürstenkatzentreppe auf jeden Fall eine wunderbare Lese-Empfehlung.

Infos zum Buch

Die Zeckenbürstenkatzentreppe
Andreas Schumacher
277 Seiten
Erstausgabe 2013


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