Blame! (Hiroyuki Seshita)

Spannender und tiefer Cyberpunk-Anime:

Die Zukunft der Menschheit sieht düster aus in der Welt von Blame!: Maschinen und Software, deren Zweck es einst war, den Lebensraum für Menschen zu verbessern und ständig zu erweitern, können nicht mehr kontrolliert werden – weil das Wissen dazu fehlt. Die Maschinen bauen immer weiter an einer riesigen Stadt, die in unzähligen Ebenen übereinander liegt. Einige Menschen haben überlebt und eine sichere Enklave gefunden, doch es gibt kaum Nahrung und mittlerweile macht auch das Sicherheitssystem der Maschinen – die Schutzwehr – Jagd auf die Menschen.

Das Mädchen Zuru lebt mit anderen „Elektro-Fischern“ in einem Dorf im „Zirkel“, dem einzigen Ort, den die Schutzwehr nicht betreten kann. Auf der Suche nach Nahrung wird ihre kleine Gruppe angegriffen und nur Zuru und Kae überleben, doch nur durch die Hilfe des mysteriösen Killy, ein Wanderer, der durch die verschiedenen Ebenen der Mega-Stadt zieht und nach Menschen mit besonderen Genen sucht – und nach einer Möglichkeit, die Maschinen zum Stillstand zu bringen.

Zuru und Kae bringen Killy zurück zum Dorf, wo man ihm zunächst mit Misstrauen begegnet. Doch der mysteriöse Wanderer hat genau das, was die Elektro-Fischer am meisten brauchen: Nahrung in riesigen Mengen. Doch die Probleme der Menschen fangen nun erst richtig an.

Blame!

Menschengemachte Herrschaft der Maschinen

Immer wieder gibt es post-apokalyptische Romane oder Filme, die die verbliebene Menschheit nach ihrer fast vollständigen und meist selbst verursachten Auslöschung zeigen. Die eigentliche Faszination von Blame! beginnt dabei schon mit der Ursache für den Beinahe-Untergang. Ja, die Maschinen haben die Weltherrschaft übernommen, was man in vielen Science Fiction-Klassikern bereits gesehen hat. Anders als man das als Science Fiction-Fan fast schon erwartet, haben die Maschinen jedoch kein eigenes Bewusstsein entwickelt, sondern sie tun einfach nur, worauf sie programmiert wurden – und hören damit nicht mehr auf.

Wer Ende letzten Jahres über AlphaGo Master, den Computer, der sich das Go-Spielen anhand der Regeln selbst beigebracht hat, gelesen hat, hat spätestens jetzt verstanden, dass der Zeitpunkt, zu dem wir Menschen zu 100 Prozent verstehen, was die von uns programmierten Maschinen machen, längst vorbei ist. Insofern scheint ein Szenario, in dem es einfach niemanden mehr gibt, der die immer weiter nach Plan arbeitenden Maschinen stoppen kann, absolut realistisch.

Daneben besticht Blame! durch ein faszinierendes Setting: Eine technologisch extrem fortgeschrittene Welt, in der die Menschheit jedoch von jeglicher Technologie abgeschnitten ist und nehmen muss, was sie findet. In einer Situation, in der Gemeinschaft besonders wichtig wäre, wissen die Überlebenden nicht einmal, ob es noch andere Menschen gibt und wo diese gegebenenfalls zu finden sind. Misstrauen und Vertrauen sind dabei gleichermaßen gefährlich und notwendig.

Manga-Verfilmung für Cyberpunk-Fans

Blame! ist die Verfilmung der gleichnamigen Manga-Reihe von Tsutomu Nihei und vor allem für Fans von Cyberpunk und japanischen Anime-Filmen interessant. Wer mit beidem nichts anfangen kann, wird auch der spannenden Story rund um Zuru und Killy nicht viel abgewinnen können, weil die Umsetzung sehr japanisch ist. Für Fans dieser Filme ist Blame! aber ein vielschichtiges und spannendes SciFi-Abenteuer, das viel über Wesen und Zusammenhalt von Gemeinschaften nachdenken lässt.

Blame! ist im Februar auf DVD und BluRay erschienen. Da der Film von Netflix produziert wurde, ist er natürlich auch dort verfügbar. Eine Fortsetzung ist bereits in Planung.

Infos zum Film

Blame!
(ブラム!)

Japan, 2017
106 Minuten
Filmverleih: Universum Filmverleih
Regie: Hiroyuki Seshita
Drehbuch: Sadayuki Murai
FSK: frei ab 12


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