Lion – Der lange Weg nach Hause (Garth Davis)

Höchst emotionale Suche nach den eigenen Wurzeln:

Filmplakat Lion - Der lange Weg nach Hause

Filmplakat zu Lion – Der lange Weg nach Hause

Schon als 4-Jähriger muss Saroo erfahren, was Ohnmacht, Einsamkeit und Hilflosigkeit bedeuten. Dem Jungen, der in armen Verhältnissen in einem indischen Dorf mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern aufwächst, passiert bei einem nächtlichen Streifzug mit seinem großen Bruder ein Missgeschick mit schweren Folgen: Auf der Suche nach seinem Bruder steigt er in einen leeren Zug, der plötzlich losfährt, ohne an einer einzigen Station anzuhalten. Saroo ist in dem Zug gefangen und entfernt sich damit unaufhaltsam hunderte von Kilometern von seinem Heimatdorf, dessen Namen er noch nicht einmal richtig benennen kann.

Allein und orientierungslos hunderte Kilometer von zuhause

Als der Zug Tage später und 1.600 Kilometer weiter schließlich an einem großen Bahnhof anhält, steigt der orientierungslose Junge aus und wendet sich hilfesuchend an Erwachsene. Doch erstens hat er Verständigungsprobleme, da man in dieser Region von Indien einen anderen Dialekt spricht als in seinem Heimatdorf. Zweitens ist keiner der Erwachsenen bereit, sich mit ihm auseinanderzusetzen, denn in dieser Großstadt ist man verwaiste Kinder auf der Straße gewöhnt und macht einen Bogen um sie.

Verzweifelt schließt sich Saroo einer Gruppe von Straßenkindern an, die im Bahnhof auf Pappdeckeln haust. Doch schon in seiner ersten Nacht dort muss er feststellen, dass es hier Erwachsene gibt, die ihm nicht nur die Hilfe verweigern, sondern Kinder wie ihn ausnutzen und missbrauchen wollen. Saroo entkommt der Situation zwar, landet aber in einem Kinderheim, in dem der Alltag nicht viel bessere Erfahrungen für ihn bereithält.

Adoption und glückliche Jugend in Australien

Erst als er als Adoptivkind an ein Ehepaar in Australien vermittelt wird und dort ein neues Leben beginnt, kann Saroo (Dev Patel) wieder Vertrauen zu Erwachsenen aufbauen. Bei seiner liebevollen Pflegefamilie erlebt er eine wundervolle Jugend und genießt die Privilegien der gut situierten Adoptiveltern. Als er auf einer Hotelmanagement-Schule ein Studium beginnt, lernt er sogar seine neue Freundin Lucy (Rooney Mara) kennen. Doch ein Zusammentreffen mit anderen Studenten aus Indien reißt alte Wunden auf: die Wunde, dass er als Kind von jetzt auf gleich seine Mutter und seine Ge-schwister verloren hat.

Suche nach dem Heimatdorf ohne Aussicht auf Erfolg

Er beginnt, auf Google nach seinem Heimatdorf in Indien zu forschen. Doch die Suche ist eigentlich zum Scheitern verurteilt, denn Saroo weiß nicht, wie sein Heimatdorf in Indien heißt: Seine diffuse Erinnerung an den Namen ist die eines 4-jährigen Jungen, der damals weder lesen noch schreiben konnte.

Die Themen des Films

Der Film zeigt gerade zu Beginn sehr eindrücklich, wie sich Einsamkeit und Hilflosigkeit anfühlen – Zustände, die im Fall des 4-jährigen Saroo zwar aus einem unglücklichen Zufall resultieren, jedoch massiv verstärkt werden durch die Menschen um ihn herum, die nicht helfen und ihn teilweise für ihre Zwecke missbrauchen wollen.

Ein weiteres Thema ist die Zerrissenheit, die Saroo vor allem als junger Erwachsener jeden Tag beschäftigt. Denn während er ein auf den ersten Blick wunderbares Leben mit liebenden Adoptiveltern in Australien führt, lassen ihn seine Herkunft und seine Fragen rund um seine indische Familie nicht los:

„Hast du eine Ahnung, wie das ist, zu wissen, dass meine richtige Mutter und mein richtiger Bruder jeden Tag nach mir suchen?“

Umso eindringlicher wirkt daher auch die Beharrlichkeit Saroos, mit der er schließlich Nacht für Nacht im Internet nach seinem Heimatdorf, seiner Familie und damit auch nach sich selbst sucht. So nachvollziehbar sein eiserner Wille dabei auch ist, so unwahrscheinlich scheint der Erfolg dieser Suche, der sich Saroo irgendwann voll und ganz verschreibt und die dazu führt, dass er alle ihn lieben-den Menschen um ihn herum ausschließt.

Fazit zu Lion – Der lange Weg nach Hause

Lion – Der lange Weg nach Hause ist ein extrem berührender Film und wirkt umso emotionaler, da man weiß, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Der Film war 2017 in sechs Kategorien für einen Oscar nominiert, konnte jedoch letztlich keinen der Awards für sich verbuchen.

Infos zum Film

Lion – Der lange Weg nach Hause
(Lion)
USA / Australien / UK, 2016
119 Minuten
Filmverleih: Universum Film
Regie: Garth Davis
Drehbuch: Luke Davies
mit Dev Patel, Nicole Kidman, Rooney Mara, David Wenham
FSK: frei ab 12

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