Top 5: Zeitreise-Filme

Time_travel_01Schaut man sich den Wikipedia-Artikel über Zeitreise-Filme an, wird man erschlagen von der Menge an Filmen zu diesem Thema. Der erste Titel in der Liste, in der man alles vom erfolgreichen Blockbuster bist zum unbekannten Trash-Streifen findet, stammt noch aus dem Jahr 1921 (Literaturverfilmung von Marc Twains Romanvorlage „A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court“). Im Folgenden haben wir für euch unsere Top 5 Zeitreise-Filme zusammengstellt. Natürlich handelt es sich dabei um unseren ganz persönlichen Geschmack.

Sollte euer Favorit in unserer Liste fehlen, schreibt uns doch einfach einen Kommentar unter diesen Artikel.

Unsere 5 besten Zeitreise-Filme

 

5. Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein (Gary Ross)

Das Besondere an diesem Film aus dem Jahr 1998: Er beginnt in Schwarz-Weiß, passend zu der Ära der 50er Jahre, um die es in der Story geht. David (Tobey Maguire) und seine Schwester Jennifer (Reese Witherspoon) leben eigentlich als Teenager in den USA der 1990er. Während die draufgängerische Jennifer Langeweile und Frust mit diversen Männergeschichten zu vertreiben versucht, taucht David ständig in seiner Lieblings-Schwarz-Weiß-Sitcom „Pleasantville“ ab, die in einer idealen Kleinstadt mit ewigem Sonnenschein und freundlichem Respekt unter den Bewohnern in den 1950er Jahren spielt. Eines Tages kommt es zwischen Jennifer und David zum Streit um die Fernbedienung, denn die Schwester möchte mit einer ihrer Eroberungen ein MTV-Konzert sehen, während David sich schon auf den 24-Stunden-Marathon von Pleasantville gefreut hat. Die Fernbedienung geht dabei kaputt, worauf ein seltsamer Fernsehmechaniker kurzerhand eine neue vorbeibringt und die Geschwister damit auf eine Zeitreise schickt, direkt hinein in die Welt von Pleasantville. Die beiden schlüpfen in die Rollen von Bud und Mary-Sue Parker, und David alias Bud versucht, die Regeln dieser Welt einzuhalten und die Rolle perfekt auszufüllen. Jennifer hingegen lebt sich auch in dieser Welt ungehemmt aus, schläft mit einem Jungen ihrer Klasse und sorgt dafür, dass die bisher so sittsame Ordnung nach und nach ins Wanken gerät. Durch Jennifers kleine Revolution finden plötzlich Dinge wie Sexualität, Kunst, Rock’n Roll und Literatur Einzug in Pleasantville, und mit ihnen nun plötzlich auch Farben – ein Umstand, der bei den Anhängern der alten Ära auf erbitterte Ablehnung stößt.

Abgesehen von der gelungenen Farbsymbolik zeigt der Film auf unterhaltsame Art, welch unglaubliche Auswirkung schon die kleinste Änderung der Vergangenheit bzw. von Ausgangsbedingungen haben kann (siehe Phänomen des Schmetterlingseffekts).

„Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein“, USA 1998, 120 Minuten, FSK 6

4. 12 Monkeys (Terry Gilliam)

James Cole (Bruce Willis), Strafgefangener im Jahr 2035, wird von einer Gruppe diktatorischer Wissenschaftler als „Freiwilliger“ an die Erdoberfläche geschickt, um Tier-Proben zu sammeln. Seit dem Jahr 1996 nämlich fristet der verbliebene Rest der Menschheit (ca. 1% der Weltbevölkerung) sein Dasein unter der Erde, nachdem eine Viren-Pandemie das Leben auf der Oberfläche für Menschen, nicht jedoch für Tiere unmöglich gemacht hat. Nach erfolgreicher Mission bieten die Wissenschaftler Cole eine Minderung seiner Strafe an, wenn er sich zu einer Zeitreise ins Jahr 1996 bereit erklärt. Seine Aufgabe: das Virus, welches zur beinahe-Ausrottung der Menschheit geführt hat, in Reinform besorgen und die Verantwortlichen für den Viren-Anschlag finden. Leider transportiert die Zeitreise-Technologie Cole zunächst in das falsche Jahr, nämlich nach 1990, wo er aufgrund seiner Aussagen für verrückt erklärt und in ein Irrenhaus gesteckt wird. Dort lernt er Jeffrey (Brad Pitt) kennen, den völlig überdrehten und dennoch intelligenten Sohn eines bekannten Virologen. Als Cole von den Wissenschaftlern endlich ins richtige Jahr geschickt wird, führt ihn seine Mission abermals zu Jeffrey. Dieser sitzt mittlerweile nicht mehr im Irrenhaus ein, sondern führt eine schlagkräftige Untergrund-Gruppierung an, die Armee der 12 Monkeys. Diese setzt sich auf extreme Weise für die Rechte von Tieren und z.B. gegen Tierversuche ein, wie sie in den Laboren von Jeffreys Vater stattfinden. Und so scheint es mehr als wahrscheinlich, dass Jeffrey alles, was Cole ihm über die zukünftige Verbreitung eines Virus und die Herrschaft der Tiere auf der Erdoberfläche erzählt hat, in der Zukunft auch in die Tat umsetzen wird.

Der Film hält, neben einer zum postapokalyptischen Thema passenden Optik, einige spannende Twists bereit und zeigt durch die Auflösung aller Fragen am Ende des Films, wie Zeitreisen zu Paradoxa führen, d.h. wie die Vergangenheit sich niemals und von niemandem ändern lässt (siehe hierzu das Phänomen des Großvaterparadoxon).

Zur Filmkritik von 12 Monkeys >>

„12 Monkeys“, USA 1995, 131 Minuten, FSK 16

3. Donnie Darko (Richard Kelly)

Was braucht man eigentlich, um Zeitreisen zu machen? Am wichtigsten sind ein Metallgefäß und ein Wurmloch – lernt Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) von seinem Physiklehrer, der wiederum bei Stephen Hawking gut aufgepasst hat. Dass der ansonsten eher mit sich selbst, seiner neuen Freundin und seinen psychischen Problemen beschäftigte Teenager Donnie sich überhaupt für Zeitreisen interessiert, verdankt er seinem neuen besten Freund Frank, der nächtlichen Vision eines Besuchers in einem drei Meter hohen, ziemlich gruselig aussehenden Hasenkostüm. Frank bringt Donnie zunächst dazu, mitten in der Nacht sein Zimmer zu verlassen und stattdessen auf dem nahe gelegenen Golfplatz zu übernachten. Ein Glück, denn nur so entkommt Donnie der Flugzeugturbine, die ins Haus seiner Eltern und dort in sein Schlafzimmer einschlägt. Dann rät Frank Donnie, die Schule unter Wasser zu setzen, und schließlich weckt er das Interesse des Jugendlichen an Zeitreisen – ein Thema, das auch schon andere Bewohner des Orts in seinen Bann gezogen hat.

„Donnie Darko“ ist ein Genre-Mix aus Science Fiction- und Coming-of-Age-Film mit ein paar wenigen Horror-Elementen. Der Film ist beim ersten Sehen so schwer zugänglich wie die ganze Idee von Zeitreisen, aber schon beim zweiten Sehen klären sich einige der offenen Fragen. Besonders schön: über lange Strecken beschäftigt sich der Film eher theoretisch mit dem Konzept von Zeitreisen, ohne dass man weiß, ob eine der Figuren eine gemacht hat oder machen wird. Und für die zum Teil ziemlich absurd wirkenden Ideen des Films gibt es am Ende sogar eine schlüssige Erklärung.

Zur Filmkritik von Donnie Darko >>

„Donnie Darko“, USA 2001, 113 Minuten, FSK 16

2. Die Zeitmaschine (George Pal)

An diesem Klassiker von 1960 (nicht zu verwechseln mit dem Remake von 2002) kommt man als Fan von Zeitreisen einfach nicht vorbei. In der Verfilmung des gleichnamigen Romans von H. G. Wells von 1895 reist Wissenschaftler George mit der von ihm gebauten Zeitmaschine sogar bis ins Jahr 802.701, wo zwar das gesamte Wissen der Menschheit (in Form von Büchern) zu Staub zerfallen ist, wo aber auf den ersten Blick alles geradezu paradiesisch erscheint. Die Menschen, auf die er trifft, die Eloi, sind ein friedliches, leicht entrückt wirkendes Völkchen. George freundet sich mit einer jungen Frau namens Weena an, als er sie vor dem Ertrinken in einem Fluss rettet (und niemand der anderen Eloi eingreift). Als er zu seiner Zeitmaschine zurückkehren will, ist diese verschwunden, ihre Spuren führen geradewegs in einen Tempel. George, der es nicht schafft, die Türen des Tempels zu öffnen, erfährt von Weena, dass die Morlocks die Zeitmaschine verschleppt haben. Auch hier (siehe 12 Monkeys) hat es eine bakterielle Verseuchung der Erde gegeben, und nach einem 300 Jahre andauernden Krieg hat sich die Menschheit in 2 Gruppen gespalten: die Eloi, die auf der Erdoberfläche leben, und die Morlocks, die die Dunkelheit unter der Erde vorziehen. Als plötzlich ein Alarmsignal ertönt, begeben sich die Eloi wie hypnotisiert ins Innere des Tempels. George, der ihnen durch einen Luftschacht folgt, macht unter der Erde eine grausige Entdeckung: unzählige Skelette von Eloi.

Geht es in vielen Zeitreise-Filmen darum, dass jemand in die Vergangenheit reist und dort vergeblich Änderungen herbeizuführen versucht, wird hier eine extrem weit entfernte Zukunft thematisiert. Kaum jemand vermag sich wohl vorzustellen, wie die Erde in über 800.000 Jahren aussieht. Regisseur Pal hat seine Vision jedoch – betrachte man die Möglichkeiten des Films der späten 1950er Jahre – mit detailverliebten Kulissen und einer Oscar-premierten Tricktechnologie (beste Spezialeffekte) so glaubwürdig gestaltet, dass „Die Zeitmaschine“ damals mühelos die Kinogänger überzeugte und über die Jahre Kultstatus erlangte.

„Die Zeitmaschine“, USA 1960, 99 Minuten, FSK 12

1. Primer (Shane Carruth)

Diesen außergewöhnlichen Low Budget-Film, den es nur im englischen Original gibt, haben wir einstimmig auf Platz 1 unser Top-Liste gewählt. Nicht nur ist dieser Zeitreise-Film sicher einer derjenigen, die sich am intensivsten und am „wissenschaftlichsten“ mit dem Thema Zeitreisen und möglichen Paradoxa beschäftigen. Am besten unternimmt man auch selbst eine kleine Zeitreise, um den Film vollkommen zu verstehen (indem man den Film einfach mindestens zweimal guckt, um auch wirklich alle Andeutungen und komplexen Zusammenhänge zu erfassen).

Die Freunde Aaron (gespielt von Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Shane Carruth) und Abe (David Sullivan) entdecken beim Tüfteln in ihrer Garage, dass ihr neues Gerät, mit dem man das Gewicht von Gegenständen reduzieren kann, noch ganz andere Phänomene mit sich bringt. So zeigt eine Uhr, die Abe für gerade mal eine Minute in die Maschine gelegt hat, dass in der Maschine ganze 1.300 Minuten vergangen sind. Den Freunden wird klar, dass sie hier per Zufall etwas erfunden haben, womit sich wohlmöglich richtig viel Geld verdienen lässt. Doch vor der Vermarktung wollen sie das Gerät ausgiebig testen und bauen einen Prototypen, der so groß ist, dass darin ein Mensch liegen kann. Die beiden begeben sich nun regelmäßig auf Zeitreisen, ahnen jedoch noch nichts von den Problemen, welche die resultierenden Paradoxa (also zur selben Zeit co-existierende Versionen ihrerselbst) mit sich bringen. Und dann steht noch etwas ganz anderes auf dem Spiel: die sehr enge Freundschaft der beiden.

Zur Filmkritik von Primer >>

„Primer“, USA 2004, 77 Minuten, FSK 12

Logo Themenwoche Zeitreisen Schrift dunkelblau_klein2Dieser Artikel gehört zu unserer Themenwoche über Zeitreisen.
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